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Heilig oder unheilig, Gedanken zu Chanukka

Genehmigter Auszug aus einer Betrachtung zu dem Thema
„Gottes System oder Antisystem?“ von Jehonatan Kiebitz,
Johakiso-Edition, Ramat Bet Shemesh, 99622 Israel,
erschienen im „Biblischen Kalender“ 5768 (ab 5769 „Hawdala-Kalender“)

Der Einzigkeit des Ewigen Israels hat die Israelitische Religion den Namen „Monotheismus“ zu verdanken. Diesen Punkt müssen die anderen Völker Israel geneidet haben. Um auch als „monotheistisch“ zu erscheinen, haben sie ihre Vielgötterei auf einen Götzen reduziert, dem sie nun mit höchster Empfindlichkeit die Heiligkeit beimessen, die sie damit dem Heiligen Israels, gelobt sei Er, verweigern. Dazu gehört auch das System, einen Menschen zu Gott zu machen.

Nun gibt es da eine Institution in der Welt, die sich selbst das Prädikat der Heiligkeit verliehen hat. Ihr „Oberhaupt“ lässt sich anreden mit „Seine Heiligkeit“. Da hat man Systeme der „Heiligkeit“ heraufbeschworen, die in krassestem Widerspruch stehen zum Heiligkeitsbegriff der Tora. Das betrifft wesentlich auch ein Antisystem gegen die im Gebot Gottes enthaltenen Heiligen Zeiten – gegen den Kalender der Heiligen Schrift.

Wenn ein Volk gegen Israel zum „Jihad“ (Heiligen Krieg) rüstet, was ist das für eine Heiligkeit? Wenn eine Institution das Heilige Gesetz Gottes mit der Begründung als Feindbild bekämpft, dass man nicht mehr unter dem Gesetz sondern stattdessen „unter der Gnade“ zu stehen hätte? Wenn diese Institution Kreuzzüge befehligte unter der Maßgabe, keinen Juden am Leben zu lassen?

Wie kommt es, dass die große Welt so getäuscht wird und in immer größeren Hass gegen das kleine Israel gerät?

Wie viele religiöse Organisationen gibt es heute, die mit der Heiligen Schrift argumentieren, jedoch die Wahrheit mit Lügen vermischen, ohne das Verhängnis zu durchschauen, das dabei entsteht. Besonders bedenklich wird es, wenn Leute, die im Sinne des Gesetzes Gottes keinesfalls als heilig angesehen werden dürfen, auch noch durch eine Heiligsprechung dekoriert werden. Da ist heilig aus Torasicht und „heilig“ aus religiöser Machtpolitik unvereinbar.

In dem Buch „Eine ungekannte Welt“ des Schweizer Rabbiners Dr. Naftali Hertz Ehrmann, vor etwa 150 Jahren unter dem Autorennamen Judäus geschrieben, finden wir wahrscheinlich die beste Erklärung:

Unter anderen Sippurim (Geschichten) beschreibt er seine Erfahrung, was für einen Menschen in diesem Leben größte Gefahr bedeuten kann. Unter der Überschrift „Mein Chanukka-Trendelchen“ (Kreisel mit vier Seiten, die durch die vier hebräischen Buchstaben Nun, Gimmel, Hej, und Schin, je nachdem auf welche Seite der Würfel zu liegen kommt, die Begriffe „Ganz, Halb oder Nichts“ symbolisieren.) Da er die Trendelchen für seine Kinder selbst schnitzte, hat er sich der Kritik ausgesetzt. Zitat: „Wenn (Halb) oben liegt, zeigt die den Tisch berührende Seite (Ganz). Der Gegensatz des vollendeten Ganzen ist aber das vollendete Nichts. … Das Halbe dürfte nicht auf der entgegen gesetzten Seite, sondern sollte in der Mitte zwischen Ganz und Nichts liegen. Ich bin anderer Ansicht und habe sie meinem Trendelchen leichter beigebracht, als vielen Leuten, mit welchen ich schon darüber diskutierte, die sich aber mit aller Energie dagegen sperren – weil sie wahr ist. Ich halte die halbe Wahrheit der ganzen viel gefährlicher und daher gegensätzlicher, als die vollendete Unwahrheit. Die letztere wird leicht erkannt und daher richtig beurteilt und verurteilt. Sie verführt und berückt keinen, der nicht verführt und berückt sein will. Aber die Unwahrheit, die der Wahrheit einige Schein-Zugeständnisse macht, der Abfall, der sich mit frommen Phrasen spreizt, die Lüge, welche die Maske der Wahrheit anlegt, alle diese Manipulationen der Halbheit und Unwahrheit, schaden der Erkenntnis und Anerkenntnis des Wahren in viel höherem Grade, als die ehrliche, offene Verleugnung dessen, was hier unter hohlen Formen mit Anstand ertötet wird. … so steht dieser raffinierte Trug, der die Wahrheit verdreht, in viel schärferem Gegensatz zu derselben als die Leugnung, die sich skrupellos von ihr vollständig emanzipiert. …

Wenn eine Lüge Bestand haben soll,
dann muss sie eine Beimischung von Wahrheit haben

… Fürchte nicht die Frommem und nicht die Nichtfrommen, aber die Gefärbten fürchte, die wie Simri leben und wie Pinchas belohnt sein möchten (Sota 22 b).“ Dann spricht Judäus für seine Kinder den Wunsch aus für eine Zeit: „… in welcher es keine Ganzen mehr gibt, denen Halbe und Nullen gegensätzlich gegenüberstehen, in welcher dann unsere Trendelchen-Initialen die gewöhnliche Deutung gegen die ursprüngliche vertauschen, um dieses neue Wunder mit den alten Zeichen zu feiern:“

נס גדול היה שם

(Nes Gadol haja scham „Ein großes Wunder geschah dort“) –
Chanukkat (Einweihung) HaBeit – des 3. Tempels – mit Bundeslade !


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6 Kommentare to “Heilig oder unheilig, Gedanken zu Chanukka”

  1. […] Was heilig und was unheilig ist, und dies von einander zu unterscheiden, das liegt ziemlich mitten und im Mittelpunkt der Tora, im 3. Buch Mose (von fünf) Kapitel 10, Vers 10. Die Unterscheidung, hebr. Hawdala, ist also nicht nur heilig, sondern weil sie heilig ist für das Volk Israel (und so Gott will vielleicht auch wieder für die „Überreste“ der Nationen, wie es die Propheten sagen), ist sie auch Bestandteil ihrer Identität. Und diese Identität wiederum begründet sich insbesondere ganz am Anfang auf die Väter Abraham, Isaak und Jakob – aber eben, gleichwertig neben einander, auch auf die Mütter Sara, Rebekka, Lea und Rachel, s. Block. Die „Frauen / Mütter“ sind die richtige Antwort auf Frage 4 im „Echad mi jodea“ (Eins, wer weiß es), einem am Sederabend gesungenen Kinderlied mit Fragen von 1 – 13, jedoch rückwärts von 13 angefangen. Das Lied geht folgendermaßen: Dreizehn, wer weiß es? „Dreizehn, ich weiß es“, wird gesungen, „13, die Eigenschaften Gottes“ usw. 12: die Stämme Israels; 11: die Sterne in Josefs Traum, 10: Gebote, 9: Monde der Schwangerschaft, 8: Tage bis zur Beschneidung, 7: Wochentage, 6: Ordnungen der Mischna, 5: Bücher Moses, 4: die Mütter, 3: die Erzväter, 2: Bundestafeln, 1: EINS ist unser Gott im Himmel und auf Erden. […]

  2. […] taucht da doch die Frage nach Gnade mit auf, zumindest in sich selbst heiligenden Institutionen, die ihren (verführten) Schäfchen weissmachen wollen, “dass man nicht mehr unter dem Gesetz […]

  3. […] „Reeh – Siehe“ Jesaja 55,5») … Für Menschen, die sich – wie die Christen – einen Mensch zum Gott oder ihr Inneres Sein zur Göttlichkeit erhoben haben (Buddhismus) – leider auch liberale Juden […]

  4. […] heute hat Rom genau genommen von seiner Zerstörungswut nicht losgelassen, oder? – ist uns die Sehnsucht auf den Dritten Tempel geschenkt und geblieben, dass wir sie betrachten immerdar. Mit „uns“ ist die gesamte Menschheit […]

  5. […] Es lebe das Christentum und seine feurigen Medien zugunsten der westlichen „Kultur“, der →Römischen Heiligen, eben der „Wurzeln westlicher Identität“. Anstelle dass „man“ sich in Sack und Asche […]

  6. […] Hatte Jesus aller Menschheit zum Vorbild den Satan noch mit den Worten der Heiligen Schriften in die Flucht geschlagen (5.Mose 6,13): „du sollst den Ewigen, deinen Gott, anbeten und NUR IHM ALLEINE dienen“, so vereinnahmte sich Rom kurzerhand Jesus selbst und machte sich ihn, all dessen Warnungen zum Trotz, zum Gott (Jehonatan Kiebitz: →Heilig oder unheilig, Gedanken zu Chanukka). […]