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Schabbat Ki Tetze – Wenn du ziehst – Sabbatlesung und Kommentar

5. Mose 21,10 – 25,19; Jesaja 54,1 – 10

Kommentar von Michael Schneider,
NAI israel heute, Jerusalem:

Unsere Parascha (Wochenabschnitt) spricht von zahlreichen, über 70, Rechtsordnungen zur Verhaltensregelung, besonders gegenüber dem Nächsten wie aber auch zwischen Mann und Frau. Man könnte über jedes juristische Thema, das erstaunend kurz aber alles beinhaltend formuliert ist, Bücher schreiben. In meinen Reden vergleiche ich die Gesetzgebungen oft mit Verkehrsschildern auf den Straßen: sie sind lebenswichtig und sorgen für Ordnung, die uns heil zum gewünschten Ort bringen soll.

God’s Sabbath International ist stets bemüht, Gemeinsames, manchmal sogar Verbindendes, zwischen Juden und Christen zu beobachten – hier:
1) So auch die Gebote Gottes, auch für den, der im Neuen Bund lebt, sind sie wichtig! Jesus selbst hat sie im wahrsten Sinne eingehalten (das hebräische Wort für ‘erfüllen’ ist auch ‘einhalten’! – s. Mt 5,17).

Hier finden wir Fälle, wie man mit einer Gefangenen, in die man sich verliebt hat, umgehen soll oder auch den klassischen Fall des Erstgeborenenrechts, wenn du zwei Frauen hast, eine die du liebst und eine die du hasst. Ja, mehrere Frauen waren zu biblischen Zeiten üblich, man findet sie sogar noch im Orient unter den Beduinen, hier in Israel, in heutigen Tagen! (Während meines Armeedienstes, als ich bei Straßenkontrollen die dort lebenden Araber befragte, sagte mir ein Beduine, er habe 23 Kinder. Dann musste ich jedoch fragen, von wie vielen Frauen denn? Die Antwort war: 3!) So kommt es dann auch vor, dass eine geliebt wird, die andere weniger, und dann taucht der Streit um das Erstgeborenenrecht auf – Gott entschied: der erste Sohn ist der Berechtigte, egal ob von der Geliebten oder von der Gehassten! Das ist göttliche Gerechtigkeit! Faszinierend ist, dass dieses ganze umfangreiche Thema mit Schlussfolgerung in nur zwei Versen verabschiedet wird (21,15-17)

Dann lesen wir von dem störrischen und widerspenstigen Sohn und Gottes strenger Strafe (18-21) – worauf der weise König Salomo, in “Sprüche”, viel Antwort gibt und aber die Propheten eine gegen die Eltern sehr respektlose Ära in der Endzeit voraussahen.

2) Dann begegnen wir zum ersten Mal der Kreuzigungsstrafe. Und hier finden wir schon einen Hinweis auf die Kreuzigung Jesu, noch am selben Tag soll diese am Baum hängende Leiche herunter genommen und beerdigt werden (22-23). Denn ‘der Fluch Gottes hängt’ und ‘das Land sollst du nicht unrein machen’.

Kapitel 22 setzt die Gesetzgebung fort, dort finden wir u.a., dass der Mann keine weiblichen Kleider anziehen soll – es ist ein Greuel vor Gott. Wie weit hat sich hier die Welt schon dem Gebot entfernt? Hier finden wir auch Gottes besorgtes Herz für den Schutz des Menschen, sogar im Kleinsten: das Errichten von Geländer / Brüstung / Balustrade, ringsherum auf deinem Dach, wurde zum Gebot (so werden zum Großteil bis heute die Häuser in Israel gebaut)! Dann spricht das Kapitel von der Wichtigkeit des Bewahrens von den ‘Jungfrauen Israels’. Ungehorsamkeit folgten immer heftige Strafen, bis hin zur Steinigung, und endet immer mit den Worten: ‘Und du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen‘. Geistlich gesehen, ist es auch so in unserem Wandeln mit Gott und unserem Heiligungsprozess, wie es Paulus mit dem Sauerteig in uns in 1. Korinther 5 vergleicht. Fälle von Ehebruch, Vergewaltigung u.v.m. werden besprochen. Wir wissen, dass viele dieser biblischen Ge- und Verbote später zu Grundlagen des bürgerlichen Gesetzes wurden, die bis heute in Gerichtshöfen angewandt werden und basierend sind.

Kapitel 23 spricht u.a. von schweren Urteilen über die Moabiter und Ammoniter, über Generationen hinweg, und ‘nur’ weil sie damals beim Auszug den hungrigen und erschöpften Kindern Israels nicht ‘mit Brot und Wasser entgegenkamen’. (23,5). Es kann uns eine Lehre sein!

Weitere Gesetze folgen, wie das Verbot von Hurerei im Volke Gottes (23,18), sowie Zinsen nicht von Volksgenossen zu verlangen.
Das Gebot in Vers 25 ist bis heute in Israel gültig. Beim Vorbeigehen an einer Plantage ist es erlaubt, bis zur Sättigung Frucht oder Gemüse zu pflücken – doch Tüten und Kartons zu füllen ist verboten.

Im Kapitel 24 finden wir die verschiedenen Fälle, die zu Scheidungen führen, oder wie auch die Pflicht im ersten Ehejahr zuhause zu bleiben, d.h. nicht in den Wehrdienst einzuziehen, um ‘seine Frau zu erfreuen.‘
Dann ist die Rede von den schwächeren Schichten in der Gesellschaft, den Angestellte, den Armen, den Fremden, den Waisen und den Witwen. An der Arbeitsstelle sollen sie gleichberechtigt fair behandelt werden, d.h. rechtzeitig ausgezahlt werden, so auch im Gerichtshaus fair und ungeblendet.

Nicht sollen Väter um der Söhne willen getötet werden und Söhne sollen nicht um der Väter willen getötet werden; sie sollen jeder für seine [eigene] Sünde getötet werden” lesen wir hier in Vers 16, was später vom Prophet Hesekiel bestätigt wird (Kap. 18).

Kapitel 25 redet von der Wichtigkeit der Fortsetzung deines Geschlechts, man nannte es ‘Erlösen des Blutes deines Bruders’. Eines Bruders Frau, der keine Söhne hatte und starb, sie nehme dessen Bruder um die ‘Fortsetzung seines Bruders’ zu retten. All das um ‘seinen Namen in Israel nicht auszulöschen’. Es gab rechtliche Wege dazu, aber auch faule: Nehme man die Geschichte der Töchter Lots, oder Tamar mit ihrem Schwiegervater Judah, aber Ruth, die Moabiterin mit Boas, sie hatte es auf den biblischen Wegen – im Gefallen Gottes getan. (Hier könnte man durch Ruths Tat das Aufheben des Fluches Moabs sehen, einer der Unzuchtssöhne Lots, wovon wir vorhin lasen!)

Der Kapitel 25 endet mit der Abbrechung mit dem Erzfeind Israels, die Amalekiter, der das gerade befreite Volk als erstes bekämpfte, man ‘soll die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel auslöschen. Vergiss es nicht!‘ Das ist Gottes Befehl gewesen, der bis heute noch nicht ganz erfüllt ist!
König Saul hatte die Chance gehabt, er aber verschonte das Leben des Königs Agag und der besten Schafe (1. Samuel 15,8-9). D.h. dieses Gebot ist eben noch offen, die ganze jüdische Geschichte hindurch tauchte der Feind Amalek auf, so auch Haman ein Amalekiter in der Esthergeschichte.

Dennoch finden wir unseren Trost in den Versen unseres Prophetenabschnittes, in Jesaja 54:
“Einen kleinen Augenblick habe ich dich
(Israel) verlassen, aber mit großem Erbarmen werde ich dich sammeln. Im aufwallenden Zorn habe ich einen Augenblick mein Angesicht vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade werde ich mich über dich erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.”
“Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Gnade wird nicht von dir
(Israel) weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der HERR, dein Erbarmer.“

Schabbat Schalom

Der Video-Kommentar von Rabbi David L. Locketz von der Bet Shalom Congregation bringt es (in Englisch) in 50 Sekunden auf einen interessanten Punkt, klick > God’s Sabbath International english version >


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