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Ein Schabbat, eine Welt – Kölner zu Besuch in der Bergischen Synagoge Wuppertal vor Schawuot 5769

“Weiß jemand von Ihnen, was Chanukka ist?“ stellte der Vorsitzende der Synagoge, Leonid Goldberg, die Eröffnungsfrage … mit einem freundlichen, vielleicht sogar ein wenig schelmischen Lächeln. Denn es war vermeintlich eine eben jener Fragen, die kein Mensch richtig beantworten konnte, da die richtige Antwort – wie immer – einzig in der Schönheit des Betrachters zu liegen schien. Doch nicht diesmal. Diesmal hatte sie Allgemeingültigkeit, für Christen und Muslime nur nicht wahrnehmbar, noch nicht! Kaum hatte der letzte der vierzig Gäste aus der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die panzergläserne Eingangstür der Bergischen Synagoge* in Richtung Foyer betreten, begann es wohl einigen zu dämmern, als der Gemeindeleiter fortfuhr:

„164 vor … hatten die Hellenisten versucht, das Judentum auszulöschen. Aber hätten sie es geschafft, würde es heute weder Sie, die Christen, noch den Islam geben“, erklärte Leonid Goldberg weiter, „und jetzt, wo Sie wissen, dass es Sie Christen nicht geben würde, wäre es nicht auch für Sie an der Zeit, das Chanukka-Fest wieder zu feiern?“

Man spürte förmlich, wie dem ein oder anderen Christen seine lebenslängliche Blasphemie sprichwörtlich zu Kopfe stieg. Und zugegeben, nie hatte auch ich selber eine plausiblere Erklärung für die Idee von God’s Sabbath International, nämlich die biblischen Sabbate endlich „gemeinsam“ mit den Juden zu feiern, gehört. Aber Goldberg vertiefte noch weiter: „Wissen Sie, seit wann es das Christentum und seit wann es den Islam gibt?“ Jetzt glaubten die Christen, endlich mitreden zu können, 2000 und 1400 Jahre wurde laut als Antwort hörbar. „Genau, und wenn Sie diese Zahlen zusammen addieren, dann kommen Sie auf das Alter des Judentums als Volk. Das entstand nämlich mit der Übergabe von G-TTES (Zehn) WORT, dem Dekalog, an das Volk am Berg Sinai. Und diese Übergabe von G-TTES Geboten feiern wir am Freitag, dem Schawuoth Fest.“

Ohne Verfassung, kein Volk. Das sollte doch gerade Deutschen heute, drei Tage nach dem 60. Geburtstags der Bundesrepublik Deutschland, überdeutlich nachvollziehbar sein. Wenn sie auch jetzt, als vermeintliche Christen, sich selbst und „ihren Geist“ noch feiern – vielleicht aber nächstes Jahr schon wieder G-TT und Seine Gebote?

»Du sollst keine fremden Götter neben MIR haben … MEINEN Namen nicht missbrauchen.« Denn wer den Menschensohn oder dessen Geist anbetet, dem wird auch nach Menschen Weise geschehen. Nichts anderes sagt auch der Christen Jeshu in deren Evangelien:

(Mt 4,10) Da sprach Jesu zu ihm: »Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten den Ewigen, deinen GOTT, und IHM allein dienen.« (5.Mose 6,13):
(Lk 4,8) Jesu antwortete ihm und sprach: »Es steht geschrieben: Du sollst den Ewigen, deinen GOTT, anbeten und ihm allein dienen.«
(Joh 4,20-24) »Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll?«
Jesu spricht zu ihr: »Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden.
Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den VATER anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der VATER will solche Anbeter haben.
GOTT ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen IHN im Geist und in der Wahrheit anbeten.«

Ja, auch Christen werden HaSchem irgendwann erkennen, das ist eine Hoffnung, Hatikva! EIN TAG. EIN G-tt. EIN WAGEN. In Freude darauf,

Chag Schawuoth Sameach,
Eric Martienssen

Fußnote:
*) Die Bergische Synagoge war eine von drei Besichtigungen des Nachmittags, auf den wiederum drei „Lehrhaus“ Abende in der Kölner Synagoge vorbereiteten (s. Artikel Purim für die Juden und alle, die sich zu ihnen halten würden). Gleich nach der Bergischen Synagoge, auch „7. Barmer These“ genannt (weil in den sechs Thesen der Barmer Synode kein einziges Wort aus der Jüdischen Bibel / Alten Testament stand), wurde die nur 7 Meter entfernte (auf „einem Grundstück“ gelegene) Gemarker Kirche und anschließend die „Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal“ besichtigt, durch die der Kölner Architekt Prof. Busmann selbst führte.
Als beste Prävention vor einem solchen Grauen wie dem Holocaust, und gleichzeitig zur seelischen Heilung der Völker im Allgemeinen dienlich, erscheint, dass zunächst die Christen sich wieder zu ihrem G-TT bekehren und fortan IHN im Geist und in der Wahrheit anbeten, dem heiligen Geist, dem Geist G-TTES, wie es ihr Jesu in den Evangelien ausdrückt. Dann, wenn es authentisch ist, werden Muslime folgen können. Ist es nicht anbetungswürdig, wie viel jeder einzelne Mensch zum Frieden beitragen kann? Dafür braucht es keine Teilung GOTTES Eigentums, Erez Israel, sondern nur Dich. Schalom.

▲ Hören Sie sich gerne auch die oben anklickbaren Sabbath-Songs an, entsprechend dem Motto von God’s Sabbath International: EIN TAG. EIN GOTT. EIN WAGEN.



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