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Sabbat-Lesung und Kommentar für die 17. Woche 2009, 18. April Schabbat Schemini – Am achten Tag:

3. Mose 9,1-11,47; 2. Samuel 6,1-7,17
Von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
Im ersten Teil unserer Wochen-Parascha sehen wir das „Feuer vom Himmel fallen“ – einmal als Sühneaktion und ein anderes Mal als Strafeaktion. Einmal zum Leben und im zweiten Mal zum Tode!
Für jemanden, der es ernst nimmt und heilig vor Gott leben will, rettet das „Feuer vom Himmel“, aber dem, der mit Gottes Wort falsch umgeht, kann dieses Feuer auch schaden. Wer mit Gottes Wort und Heiligkeit spielt, spielt mit dem Feuer!
Als das Brandopfer vom HERRN angenommen wurde (Kapitel 9,24), ging „Feuer vom HERRN“ aus und verzehrte das Opfer unter dem Jubel aller.
Das andere Mal, als die zwei Söhne Aarons, Nadav und Avihu, „fremdes Feuer“ (esch sara) vor dem HERRN darbrachten, was von Gott nicht gewollt und befohlen war, ging ebenfalls „Feuer vom HERRN aus und verzehrte sie. Und sie starben vor dem HERRN.“ (10,1-2)
Es ist dasselbe „Feuer vom HERRN“, für den einen Rettung und für den anderen Gericht! In 5. Mose 4,24 steht eindeutig: Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer (esch ochla), ein eifersüchtiger Gott!“ Die Dynastie der Priester, die Nachkommen Aarons sein müssen, setzte sich über seine zwei anderen Söhne Itamar und Elieser fort. Gott befahl sogar der Familie Aarons, nicht um Nadav und Avihu zu trauern, siehe Vers 10,6.

Es ist interessant, dass uns im Prophetenabschnitt aus 2. Samuel 6 ein weiterer Fall des Eingreifens des „Esch Ochla“ des HERRN begegnet: Als Usa zur Zeit König Davids die Bundeslade anrührte, schlug Gott ihn an Ort und Stelle wegen seiner „Unehrerbietigkeit“. Die gute Seite des Feuers Gottes finden wir wieder auf dem Berg Karmel, als der Prophet Eliah vor den 450 Baalspriestern und dem versammelten Volk das Feuerwunder vorführte (1. Könige 18).

Der zweite Teil unserer Parascha, das Kapitel 11, spricht von den Speisevorschriften.
„Redet zu den Söhnen Israel: Dies sind die Tiere, die ihr von allen Tieren, die auf der Erde sind, essen dürft! (Vers 2)

bei Landtieren gilt die Bedingung (ab Vers 3): was „gespaltene Hufe hat … und wiederkäut“, darf gegessen werden. Das Schwein zum Beispiel wird ausdrücklich als unrein bezeichnet, da es kein Wiederkäuer ist, sondern nur gespaltene Hufe hat, ebenso der Hase, der zwar zu den Wiederkäuern gerechnet wird, jedoch keine gespaltenen Hufe hat.

bei Fischen lautet die Bedingung (ab Vers 9): „was Flossen und Schuppen hat“, darf verzehrt werden.

bei Vögeln sind keine allgemeine Kriterien angegeben, sondern sie werden in den Versen 13 bis 23 namentlich aufgelistet. So sind zum Beispiel Adler, Raben, Falken, Seemöven und Storche verboten.

All das dient dem, was im Vers 44 steht: „… So heiligt euch und seid heilig, denn Ich bin heilig!“ und um zu unterscheiden zwischen dem Unreinen und dem Reinen und zwischen dem Getier, das gegessen wird, und dem Getier, das nicht gegessen werden soll.“ (Vers 47)
Ist es nicht hier doppelt gesagt „So heiligt euch und seid heilig“, natürlich, wenn jemand sich heiligt, ist er heilig?!
Doch hier fanden die jüdischen Weisen eine wichtige Lehre. Die Thora sagt uns, „Demjenigen, der sich – seinerseits – bemüht („heilig zu leben“), wird dann vom Himmel/Gott geholfen („und du wirst heilig sein“)“.
D.h. Gott hilft denjenigen, die sich anstrengen Gutes zu tun. Die Thora garantiert uns, dass wenn jemand sich bemüht, Gott ihm beisteht sein Ziel zu erreichen.

In diesen Speisegesetze hier finden wir die Grundlage der Kaschrut-Gesetze, das sind die rabbinischen Vorschriften für koscheres Essen. Das allererste Gesetz in der Geschichte, das vom HERRN im Garten Eden gegeben wurde, war ein Speisegesetz!!

Der weise Rambam, selbst von Beruf Arzt, behauptet: „Kaschrut fördert körperliche Hygiene“. Mehr und mehr entdecken Forscher heute die Vorteile des koscheren Essens. Die „unreinen“ Speisen sind mitunter sehr ungesund. So wurden z.B. bei der Auster typhoide Keime nachgewiesen oder Gifte in den Schalen von Muscheln.

Jüdische Weise sagen: „Unser Leib ist das Gefäß der Seele. Wie ein Baum auf gutem Boden gute Früchte hervorbringt, so verhält es sich ähnlich mit unserem Körper.“ Erlaubte Speisen seien gut für Leib und Seele.
Andere Ausleger legen den Akzent auf die Frage der Selbstdisziplin: Wie schon Adam und Eva sind wir gefordert, unseren Leib unter Kontrolle zu haben und verlockenden Speisen zu widerstehen.
Daniel und seine Freunde haben es sogar in der Diaspora durchgehalten, weiterhin „koscher“ zu essen (Daniel 1). Sie berührten nicht alle „verlockenden“ Reichtümer Babylons und Gott segnete sie dafür.
Daher sollte es jedem auch im Ausland möglich sein!


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2 Kommentare to “Sabbat-Lesung und Kommentar für die 17. Woche 2009, 18. April Schabbat Schemini – Am achten Tag:”

  1. […] Luther. Damit G-tt sehe, dass wir Christen seien – alle Deutschen? Gerade in der offiziellen Bibel-Lesung für diese aktuelle Woche wendet sich G-tt ultimativ an jeden Juden, an jeden Christen und an […]

  2. […] Luther. Damit G-tt sehe, dass wir Christen seien – alle Deutschen? Gerade in der offiziellen Tora-Lesung für diese aktuelle Woche wendet sich G-tt ultimativ an jeden Juden, an jeden Christen und an jeden […]