cat-right

Großer Schabbat HaGadol Lesung und Kommentar für die 15. Woche 2008, 4. April Sabbat Zaw – Befiel:

Gründungsmitgliedschaft »»

3. Mose 6,1 bis 8,36; Haftara-Prophetenlesung: Maleachi 3,4-24
von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
In unserem Wochenabschnitt Zaw für diesen Schabbat lesen wir weiter über die genauen Anordnungen und Vorschriften der verschiedenen Opferdarbringungen:

• „Dies ist das Gesetz des Brandopfers“ (sot thorat ha-Ola; 6,2)
• „…dies ist das Gesetz des Speisopfers“ (sot thorat ha-Mincha; 6,7)
• „Dies ist das Gesetz des Sündopfers“ (sot thorat ha-Chatat; 6,18)
• „…dies ist das Gesetz des Schuldopfers“ (sot thorat ha-Ascham; 7,1)
• „…dies ist das Gesetz des Heilsopfers“ (sot thorat Sewach ha-Schlamim; 7,11)
Übrigens, unsere Parascha „Zaw“ hat den Zahlenwert von 96. Interessanterweise haben wir auch in unserer Wochenlesung 96 Verse!

Ohne wieder in die Einzelheiten dieser bedeutungsvollen Opferungen hineinzugehen, und die siebentägige Einweihung der Stiftshütte, möchte ich Sie auf den wöchentlichen Prophetenabschnitt, genannt Haftara, hinweisen.

Interessant ist, dass diejenigen Prophetenabschnitte (Haftarot), die an Thoraabschnitte angehängt sind, welche die „Opfer-Gesetze“ betreffen, auf strikte Zurechtweisungen Gottes hinweisen.
Das Volk hatte diese „Opfer-Gesetze“ mit falscher Gesinnung und „mit Lippen und fernem Herzen“ befolgt, sie setzten den Schwerpunkt auf Äußerlichkeiten und ihre Religiösität war aufgesetzt – so dass es Gott zum Greuel wurde.

Interessanterweise wurden bei der Einteilung und Anpassung eines Prophetenabschnitts gerade die Bibelstellen aus Jesaja 43 (von letzter Woche) und der ursprüngliche Prophetenabschnitt dieser Parascha aus Jeremia 7 ausgewählt, die klar davon berichten, wie das Volk vom Wahren „abwich“.

„Denn die Söhne Juda taten, was in meinen Augen böse ist, spricht der HERR. Sie haben ihre Scheusale in das Haus (den Tempel) gestellt, über dem Mein Name ausgerufen ist, um es unrein zu machen.“ (Jer. 7,30; auch Vers 24)

An diesen Schabbat, dem „Großen Schabbat“ (hebr. „Schabbat Ha-Gadol“) wird, weil er vor dem großen Erlösungs- und Befreiungsfest, dem Pessach-Fest (das mit dem Seder-Abend am 8.April d.J. beginnt), steht, ein besonderer Prophetenabschnitt aus Maleachi 3 gelesen. Warum nennt man ihn „groß“? „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare“ (Vers 23). Ja, es ist der „große Tag des HERRN“.
Dazu kommt noch, dass es die letzte Prophetie der Prophetenbücher ist. In diesem Abschnitt sind viele Hinweise auf den wahren künftigen Pessach, die Erlösung, die kommen wird. Der Tag des Herrn,

jüdisch: Erwartung des Messias *
christlich: die Wiederkunft Jeschuas *

doch davor noch der Vorbote Elia. Als Symbol schenkt man einen weiteren Weinkelch ein, den sogenannten Elia-Kelch, am Seder-Pessachabend.

Der Prophet Maleachi (bedeutet: mein Engel / Bote) gab die Botschaft der endzeitlichen Erlösung von ganz Israel kund.
Ja, der Kreis des Heilsplans Gottes schließt sich nun, angefangen mit der Erlösung / Errettung der Kinder Israel aus Ägypten und enden mit der Erlösung durch

* das Lamm Gottes,

den Messias Israels, in den „letzten Tagen“. Die selbe Anspielung, der Prophet Micha schreibt es so: „Wie in den Tagen deines Auszuges aus dem Ägyptenland werde Ich die Großwunder euch zeigen.
Die jüdischen Weisen schreiben sogar, das wie im Monat Nissan sie damals erlöst wurden, wird Israel auch wieder im Nissan in der Endzeit erlöst werden!

Die Botschaft von der Errettung aus Ägypten wurde am Schabbat vor dem Pessach/ Auszug gegeben, gleichdiesem lesen wir zu Schabbat vor Pessach diese Erlösung Endzeitbotschaft aus Maleachi.

Denn Er – und das sollte sich jeder gut einprägen: „… Ich, der HERR, ich habe mich nicht geändert; und ihr, Söhne Jakobs (Israels), ihr habt nicht aufgehört“ .

Gott sei Dank, Er ist derselbe – damals und heute -, aber auch der zweite Teil des Verses ist ewig! Sein Volk, die „Söhne Jakobs“, werden nicht aufhören zu existieren trotz der vielfachen Versuche der Gegner dieses Volkes Israel, sie auszurotten. Mehr noch, trotz ihrer Sünden, wird Gott „das Herz der Väter zu den Söhnen wenden und das Herz der Söhne zu ihren Vätern!“

Ein Wort zu Pessach, dem Seder-Abend, der mit einer festlichen Mahlzeit eingeleitet wird. An diesem Abend erinnert sich der Jude an den Auszug aus der Sklaverei und Gefangenschaft in Ägypten vor über 3300 Jahren. Jedoch war der physische Auszug nur der erste Schritt. Gott benötigte eine Spanne von 40 Jahren, d.h. eine Generation in der Wüste, um „Ägypten“ aus ihren Herzen und ihrem Sinn zu tilgen – bevor sie ins Gelobte Land bzw. ins gelobte Reich Gottes treten durften!

* Ähnlich ist es auch in unserem ganz persönlichen Wandel mit Gott: Die Befreiung und Erlösung von Sklaverei und Gefangenschaft in der Sünde durch den Tod Jeschuas – unsers Pessach-Lammes – war und ist nur der erste Schritt!

Nach der Pessach-Erlösung fängt es erst recht an: Gott möchte ein heiliges Volk, nun als „Befreite bzw. Erlöste“ vom „alten Menschen“ zum „neuen Menschen“ im geistlichen Sinn erneuert und gereinigt. Die Erlösung, die zu Pessach geschah, war und ist geschichtlich und persönlich nur der erste Schritt! Dies sollte man nie vergessen!

Mögen wir jeden „Sauerteig“ des Bösen in unserem Herzen entfernen, wie ein gründlicher Pessach-Putz, der zu diesen Tagen in jüdischen Häusern ausgeführt wird.

Ein gesegnetes Erlösungsfest!

>>> s. auch „Archetypus Exodus

* God’s Sabbath Int. ist stehts bemüht, das Gemeinsame,
das Verbindende, von Juden und Christen herauszustellen



Kommentarfunktion geschlossen.