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Sabbat-Lesung und Kommentar für die 4. Woche 2009, (17. Jan.) Schabbat SCHeMOT – Namen:

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2. Mose 1,1 bis 6,1; Jesaja 27,6 – 28,13; 29,22-23
Von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
Unsere Lesung startet ein neues, das zweite Thora-Buch mit Namen „Schemot“ und spricht von dem Auszug der Kinder Israel aus Ägypten (darum auch Exodus genannt) hunderte von Jahren nach dem Tod Josefs (ca. 1430 vor Chr.).

Aus 70 Seelen, die dem Hause Jakobs angehörten, entwickelte sich eine Nation von 600.000 Mann. Wir erreichen eine Epoche, in der die Nachkommen „Josef nicht kannten“.
Interessanterweise wird das Wort für „kannte“ – „jada“ in Vers 8 in der Bibel auch als „liebte“ benutzt.

Das Volk vermehrte sich, so auch ihre Bedrängnisse. Wir begegnen in unserer Lesung der ersten Volksentdrückung, die aber mit Befreiung und Erlösung endet. Wieder begann es mit Steuerauflagen und führte bis hin zu dem „Kindermord im Nil“ (Vers 22). Ähnlich sind auch die Judenverfolgungen der ganzen Geschichte hindurch bis zu der schlimmsten vor weniger als 70 Jahren. Das Seufzen und Ächzen der Hebräersklaven stieg auf zu Gott, Er hörte und gedachte des Bundes mit Abraham, Issak und Jakob. Das Erhören jedoch kam erst später. Davor musste Gott noch einen passenden ausgebildeten Erlöser demütigen – ja, eine volle Generation noch, die leiden musste.

Kapitel 2 spricht von der Geburt des Levitenbabys Mose und wie er in einen mit Pech abgedichteten Korb gelegt wurde, um zu überleben, dazu sein Aufwachsen im Pharao-Tochtershaus, bis er zum „Prinz von Ägypten“ wurde.

Kapitel 3 spricht von dem ‘großen Angesicht’ des Dornbusches (hebr. sneh) an dem Mose zum ersten Mal von der Verheißung erfuhr, das ‘Land wo Milch und Honig fließt’ einzunehmen – das geschah noch vor dem Auszug selbst. Hier beruft der HERR Mose, das Volk Israel aus Ägypten aus den Händen Pharaos zu befreien.

Kapitel 4 zeigt die menschlichen Zweifeln und Schwächen: „Aber was soll ich sagen, tun… so dass sie mir glauben?“. Sind wir nich oft auch so kleingläubig? Nur mit einem Wunderstab und viel Glauben soll Mose das hartnäckige Volk von einem hartherzigen Pharao befreien. Die Worte wird Gott ihm schon in den Mund legen (4,12). Oder wie es Lukas im zwölften Kapitel schreibt: „…(wenn vor) Obrigkeiten und Machthabern, so sorgt nicht, wie… oder was ihr sagen sollt; denn der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt. (12,11-12)

Dann der interessante Vers 16: „…er wird für dich zum Mund sein, und du wirst für ihn zum Gott sein!“ Mose ‘Gott sein’? Was ist hier gemeint? Mose wurde zum Mittler und Repräsentant Gottes, zwischen Menschen und Gott.

Gott verriet Mose, dass er es nicht leicht haben würde, weil Gott das ‘Herz des Pharaos verhärten’ würde. Es wurde ein Machtkampf zwischen dem Allmächtigen Gott und dem Menschgott.

In Kapitel 5 lesen wir von Moses erster Feuertaufe, aber auch von seinen Brüdern.

Die Lesung endet mit den Prophetenworten aus Jesaja 29: „Denn wenn er, [wenn] seine Kinder das Werk Meiner Hände in seiner Mitte sehen, werden sie Meinen Namen heiligen; und sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten.“ (Vers 23)



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