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Sabbat-Lesung und Kommentar für die 33. Woche 2008, (9. August) Schabbat Dewarim – Worte:

5. Mose 1,1 bis 3,22; Jesaja 1,1-27
von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
Die Parascha eröffnet die Lesung des Fünften Buches Mose und gibt dem ganzen Buch seinen hebräischen Namen. Die Besonderheit des Buches zeigt sich an folgender Gegenüberstellung: 4. Mose 1,1: „Und der HERR redete zu Mose…“ 5. Mose 1,1: „Dies sind die Worte, die Mose zu ganz Israel geredet hat…“ Im Deuteronomium begegnet uns ein Mose, der aus dem Eigenen redet und dessen Worte letztlich durch Gott selbst autorisiert sind. Der unbeholfene Sprecher (vgl. 2. Mose 4,10) hat sich gewandelt zu einem, der sagen kann: „Horcht auf, ihr Himmel, ich will reden, und die Erde höre die Worte meines Mundes! (5. Mose 32,1).“

Der Text bringt in gewaltiger Exposition einen Abriss der Wüstenzeit. Es findet keine verklärende Geschichtsschreibung statt, sondern ohne beschönigende Schnörkel wird Schuld und daraus folgendes Gericht benannt. Der falsche Rat der zehn Kundschafter wird ebenso erwähnt wie eigenmächtige Eroberungszüge ohne Gottes Auftrag. „Der heutige Wochenabschnitt ist aktueller denn je, denn auf die Frage, warum die Kinder Israel 40 Jahre durch die Wüste irren mussten, nennt Mose unverhohlen die Dinge beim Namen. Es scheint, als wiederhole sich dieses Drama, denn erneut wehrt sich Israel, die Verheißung Gottes zu realisieren. Israel war 1967 so dicht am Ziel; es hätte nur das durch ein Wunder in nur sechs Tagen eroberte Eretz Israel mit Jerusalems Altstadt annektieren sollen. Weil Israel dies nicht tat, rückte alles wieder in weite Ferne.“

Der Weg wird nicht nur mit dem Schwert gebahnt, sondern auch mit Diplomatie gesucht. Es wird nicht nur Beute gemacht, sondern auch um Geld Nahrung gekauft. Denn das Gebirge Se’ir gehört Esau, und Moab gehört Lot. Resümee: „Diese vierzig Jahre ist der HERR, dein Gott, mit dir gewesen; es hat dir an nichts gemangelt. (5. Mose 2,7)“

„Damals wie auch heute führte Gott sein Volk nicht in ein unbewohntes, leeres Land, sondern in ein von Fremden / Heiden bewohntes Land. Selbst Jerusalem, von Gott zu seiner Wohnstatt erkoren und auf ewig zur Hauptstadt Israels ernannt, existierte schon vorher als bevölkerte Jebusiterstadt.
Gottes Wille läuft oft unserer Vernunft zuwider… Israels Landnahme, damals und heute, kann man eben nur göttlich verstehen. Was Israel heute braucht, sind nicht Rhetoriker, die viel Worte und unbrauchbare Abkommen machen, sondern Menschen wie Mose, die sich als Täter, als Ausführer der Verheißungen qualifizieren.“

Die Könige Sihon und Og wurden zum Zeichen des Siegeszugs der Gesalbten (Psalm 105,15) Gottes: „Und dem Josua gebot ich zu jener Zeit und sprach: Deine Augen haben alles gesehen, was der HERR, euer Gott, diesen beiden Königen getan hat. So wird der HERR allen Königreichen tun, zu denen du hinüberziehst. Fürchtet sie nicht! Denn der HERR, euer Gott, er ist es, der für euch kämpft! (5. Mose 3,22)“

Das – Gott sei Lob – macht Er auch noch heute!



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