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Sabbat-Lesung und Kommentar für die 26. Woche 2008 (ab 22. Juni), Schabbat Schlach lecha – Sende:

4. Mose 13,1 – 15,41; Haftara-Prophetenlesung: Josua 2,1-24
Von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
Unsere Parascha, Schabbatlesung, handelt von den 12 Kundschaftern, den Spionen. Auf Hebräisch heißt Spion méragel, d.h. Mose sandte den „Mossad“ um das versprochene Land auszuspionieren: Ob es bewohnt ist, ob es militärisch stark ist, ob die Städte ummauert sind oder es nur Zeltstädte gibt sowie ob es fruchtbar oder bodenarm sei.(13,18-20). Das sind legitime Fragen, die verantwortliche Menschen wissen wollen und sollen.

Zwar bestätigten die verängstigten Kundschafter, als sie zurückkehrten, dass sie ein ‘Land, wo Milch und Honig fließen’ fanden (13,27) – doch was sie mit den Augen sahen, waren die Riesen (anakim). Das flößte ihnen Angst sowie Un- und Kleinglauben ein! Darum endet diese Parascha mit dem Gebot der Zizzit, die Quasten/Schaufäden am Oberkleid: „…ihr sollt sie ansehen und dabei an alle Gebote des HERRN denken und sie tun, und ihr sollt nicht eurem Herzen und euren Augen nachfolgen…“ (Kapitel 15,39) Von nun an sollen eure Augen auf Gottes Wort, d.h. auf Ihn gerichtet und fokussiert sein, und nicht was um euch her passiert.

Das nennt man: Leben im Glauben und nicht bei Sicht!

Das Volk hörte auf die Mehrheit, auf die Zehn Kundschafter und deren hoffnugslosen Bericht. Ganz demokratisch. Aber Gott ist nicht immer demokratisch, Gott wählt oft die „Minderheit“, ja, die Übriggebliebenen, die auf Seiner Seite treu und vertrauend auch durch tiefe Täler gehen.

Der negative Bericht zog ein harte Strafe nach sich: „Nach der Zahl der Tage, die ihr das Land ausgekundschaftet habt, vierzig Tage, je einen Tag für ein Jahr, sollt ihr vierzig Jahre lang eure Sünden tragen, und ihr sollt erkennen, was es ist, wenn ich mich abwende!“ (Kapitel 14,34). Das war ein riesiger Schock für das Volk, das sich so sehr auf das Gelobte Land freute. Die Generation des Auszuges würde in der Wüste sterben, nur ihre Kinder und Josua und Kaleb würden des Verheißene Land sehen.

Josua und Kaleb sahen, wie das Murren Mose beeinflusste, deshalb brachten sie es zum Schweigen: „Laßt uns nur hinaufziehen und es in Besitz nehmen, denn wir können es sicherlich überwältigen!“ und anschließend: „Es ist ein sehr sehr gutes Land. Wenn der HERR Gefallen an uns hat, so wird Er uns in dieses Land bringen und es uns geben…“ (14,7-8). Das sind Worte des Glaubens. Dann flehte Mose vor Gott, der „langsam zum Zorn und groß an Gnade“ ist, um Vergebung. Er trat wieder in den Riß für sein Volk, was darin resultierte, dass Gott „nach seinem (Moses) Wort“ vergab.

Das Wort für „kundschaften“ hier in unserem Kontext lautet „tar“ oder „latur“, wovon heute das hebräische Wort für Tourist abgeleitet wird: tajar. Möge der im Ausland lebende Bibelgläubige Israel heute so sehen, wie einst Josua und Kaleb, durch Gottes verheißene Augen und im Glauben, und sich nicht von dem Gefahren abschrecken lassen.

Nachdem die Strafe vorüber war, d.h. nach 40 Jahren, schickte Josua selbst Kundschafter, aber diesmal nur zwei, darüber lesen wir in unserer Haftara, dem Prophetenabschnitt dieser Woche, in Josua 2.


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