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Sabbat-Lesung und -Kommentar für die 23. Woche 2008, Sabbat – BeMidbar / (In der Wüste)

4. Mose 1,1 4,20; Haftara-Prophetenlesung: Hosea 2,1 – 22
Von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
An diesem Schabbat, immer vor dem Wallfahrtfest Schawuoth (d.J. 9.-10. Juni), beginnt die Lesung des vierten Buches der Thora. Die eröffnenden Worte lauten „BeMidbar Sinai…“, das bedeutet In der Wüste Sinai. Man beachte: Der letzte Vers des vorangegangenen Buches endete mit „auf dem Berg Sinai – BeHar Sinai“. D.h. erst die Wüste, mit dem Ziel aber auf dem Berg! Man kann es auch als Stufen der Heiligkeit sehen.

Im zweitem Jahr (nach dem Exodus) und im zweitem Monat ordnet Gott die dritte Volkszählung des jüdischen Volkes in der Wüste Sinai an. Daher hat das 4. Buch in anderen Sprachen die Bezeichnung Numeri oder (im Englischen) Numbers. Dass Gott Sein Volk von Zeit zu Zeit zählen läßt, ist Ausdruck Seiner Liebe und Fürsorge. Die erste Volkzählung fand noch in Ägypten statt (2. Mose 12,37), eine weitere nach der Sünde mit dem Goldenen Kalb, um aufzuzeigen, wieviele noch übrig geblieben sind (2. Mose 38,26) und jetzt, als Er inmitten seines Volkes wohnen will (4. Mose 1,46). In Gottes Augen muss alles geordnet sein, Er hasst „Tohuwawohu“. Erst wenn die Ordnung im Lager hergestellt ist, kann die Wanderung fortgesetzt werden.

Alle kampffähigen Männer über 20 Jahre wurden gezählt, und zwar nach der Ordnung der Zwölf Stämme: Reuven, Schimon, Jehuda, Isass’char, Sewulon, Efraim, Menasche, Ben-Jamin, Dan, Ascher, Gad und Naftali (wie sie in Hebräisch ausgesprochen werden).

Nicht mitgezählt wurde der Stamm Levi, da die Leviten keinen Waffendienst leisteten, sondern nur Gottesdienst. (Kapitel 1,47 48). Die Vollzahl von zwölf Stämmen ergibt sich, indem beide Söhne Josefs, Efraim und Menasse, je für einen Stamm gerechnet werden.

Nach dem Tod der beiden sündhaften Söhne Aarons, Nadav und Avihu, befiehlt der HERR: „Und du sollst die Leviten dem Aaron und seinen Söhnen geben; zu eigen sind sie ihm gegeben von den Söhnen Israel…“ (Kapitel 3,9) So wurden die Leviten Teil des priesterlichen Geschlechts und ergänzten die Nachkommenschaft Aarons. Es ist bemerkenswert, dass sich heute manche orthodoxen Juden, die keinen Militärdienst leisten, auf ihre Zugehörigkeit zum Stamm Levi berufen.

Die Summe der Gemusterten (hebr. jotze Zawa) war 603.550 Mann, interessant genau die Zahl der Zählung nach dem Golden-Kalb-Sünde, ca. sieben Monate zuvor! Zwei Jahre zuvor, beim Auszug aus Ägypten, waren es noch genau 600.000 Mann. Übrigens ist dies auch die Größenordnung der israelischen Bevölkerungszahl bei Staatsgründung 1947 48.

Zahlenmäßig stärkster Stamm war Judah mit 74.600 Mann. Der Stamm Benjamin war mit nur 35.400 Mann der kleinste! Aus Benjamin kam der erste König Israels, Saul, und aus dem Stamm Judah ging das messianische Könighaus Davids hervor.

Rings um die Stiftshütte waren die Lagerplätze aller zwölf Stämme angeordnet, und zwar jeweils drei Stämme nach einer jeden Himmelsrichtung. Im inneren Kreis, nahe des Heiligtums, ließen sich die Leviten nieder. Die Gegenwart Gottes im Zentrum war auch räumlich Mittelpunkt des Volkes. Das geistliche Herz des jüdischen Volkes!

In Kapitel 4 (Vers 3) lesen wir, dass der priesterliche Dienst im Alter von 30 Jahren beginnt. Dies lässt an Jeschua denken, unseren Messias und heutigen Hohepriester, der sein Wirken auf Erden in eben diesem Alter begonnen hat.

Dann lesen wir im Prophetenabschnitt aus Hosea 2 folgendes: „Darum: Siehe, ich werde sie locken und sie in die Wüste führen und ihr zu Herzen reden… Und dort wird sie willig sein wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tag, als sie aus dem Land Ägypten heraufzog.“ (16-17)

Zum Schluß dieses Abschnitts finden wir den Ehespruch, der noch bis heute bei der Trauung unter Juden benutzt wird: „Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen, ja in Treue will ich dich mir verloben; und du wirst den HERRN erkennen.“ (21-22)
Was für eine Verheißung für Sein Volk.



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