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Schabbat ZAW – Befehl! – Lesung und PURIM-Kommentar

s. auch:
* Davids Kommentar: Purim 2008 – Der Geist von Haman wirkt immer noch
* «Der Prinz von Persien» –
der geistliche Aspekt von Purim

Schabbat-Lesung und PURIM-Kommentar:
Schabbat ‘Zaw – Befehl!’ aus 3. Mose 6,1 bis 8,36; Jeremiah 7,21-8,3; 9,22-23
Von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Nur kurz vorab: in unserem Wochenabschnitt aus der Thora für diesen Schabbat lesen wir weiter über die genauen Anordnungen und Vorschriften der verschiedenen Opferdarbringungen. Man scherzt hier in Israel, woher die Liebe und das Können `des Grillens´ der Israelis kommt? Die Antwort ist, natürlich von dem vielen Viehschlachten und –räuchern der Opfer im Heiligtum.

Doch nun zu unserem
Kommentar zu Purim, das Estherfest:
Lesung: das ganze Esther-Buch!

Christen feiern ihr Easter-Fest (Ostern) und wir, Juden, feiern das Esther-Fest (Purim).

So viel ist über dieses Estherbuch und –fest zu schreiben, ehrlich gesagt, es ist sogar eine Top-Story/Manuskript für einen spannenden Thriller-Film Hollywoods.

Purim ist ein nachexilisches Fest wie Chanukka, d.h. nach der Babylonischen Gefangenschaft, es verewigt die Volkserrettungsgeschichte der Juden in der Diaspora, im Persischen Reich z.Zt. des Königs Ahasveros (Xerxes I.) im 5. Jh. vor Chr.

Das ganze 10-Kapitel-Buch Esther wird an dem Abend in den Synagogen gelesen und immer, wenn der Name des Judenhassers ‘Haman’ vorkommt, wird mit so genannten Haman-Rasseln Lärm gemacht.
Eine feierliche Purim-Mahlzeit ist auch ein Gebot. Es ist auch der einzige Tag, an dem das Weintrinken befohlen ist – bis ‘man nicht mehr zwischen dem verfluchten Haman und dem gesegneten Mordechai unterscheiden’ kann. Speiseportionen werden gegenseitig und an Arme verschenkt. Hamansohren (Mürbegebäck-Dreiecke) sind das bekannte Purim-Gebäck.
So lautet das Festgebot für den 14. und 15. Adar jedes Jahr:
„als die Tage, an denen die Juden vor ihren Feinden zur Ruhe gekommen waren, und [als] den Monat, der sich ihnen von Kummer zur Freude und von Trauer zum Festtag verwandelt hatte -, dass sie diese feiern sollten als Tage des Festmahls und der Freude, an denen man sich gegenseitig Anteile zusendet und Geschenke an die Armen [gibt].“ (Esther 9,21-22)

Masken und Kostüme werden aufgesetzt, um den Umschwung von Nottagen in Freudentage zu bezeichnen.
Interessant, wir lesen von zahlreichen Weinfeten des betrunkenen Königs Ahasveros (fast in jedem Kapitel), aber es endet mit DER Weinfreude der Purim-Feier der Juden!

Zu Purim erinnert das Volk Israel an Gottes Treue zu Seinem Volk in schweren Zeiten auch außerhalb Eretz Israel. Ferner lernen wir aus der Geschichte, wie das „Pur“-Los, was gegen die Juden geplant war (wie Vieles auch heute), am Ende zugunsten der Juden fiel. Das Pur-Prinzip, alles dreht sich doch anders, zeigt auch Gottes Wege. Er lenkt, wir denken… und planen. Doch Sein Plan geht in Erfüllung.
Alles verdreht: auch an dem Galgen, der von Haman für Mordechai errichtet wurde, hing später Haman dran.
Durch die ganze Geschichte stiegen Hamans auf und nieder, bishin zum neuen Haman aus dem Iran, Ahmadinedschad, der Israel von der Landkarte ausstreichen will – er kommt sogar aus dem gleichen Land: Persien! Haman und seine zehn Söhne wurden aufgehängt.
(Wisst Ihr, auch im Nürnberger Prozess wurden genau zehn Nazi-Oberste aufgehängt??)

Interessanter Punkt, das Estherbuch ist das einzige Buch in der Bibel, in dem der Name „Gott“ nicht erwähnt wird. Dort finden wir aber „den verborgenen König“ (mehr darüber im neuen NAI-Heft).

Eine weitere Sache (nur kurz angetastet), Haman war ein Nachkomme Agags, des Königs der Amelekiter, der von König Saul getötet werden sollte, aber von ihm verschont wurde – es ist wie ein Kreis, der sich nun schließt. Mordechai kam aus dem Hause des Königs Saul (darum erbat er von Esther, ihre Herkunft nicht bekannt zu geben). Nun treffen sich die Nachkommen Sauls und Agags ca. 500 Jahre später wieder auf der Weltbühne. Hätte damals König Saul Gott gehorcht und das komplette Volk Amalek (Israels Erzfeind seit dem Auszug aus Ägypten) getötet, lebte damals wie heute das jüdische Volk weniger in Gefahren.

Das mit dem Losen, dem Pur, zeigt, wie schnell die Entscheidung fiel, ein ganzes Volk auszurotten. Wir lesen sogar, dass eigentlich Haman nur Mordechai alleine töten wollte, weil dieser sich nicht vor ihm niederbeugte. Erst als Haman bekannt wurde, dass Mordechai ein Jude war, entschloss er sich, das ganze jüdische Volk zu vernichten. (Esther 3, 6)

Wir sehen, wie Gott Menschen auswählt, sei es Esther oder Mordechai, äußerliche Schönheit, Weisheit oder/und Gottesfürchtigkeit, um Sein Ziel zu erreichen. Esther war die Verbindungsbrücke zwischen Mordechai und dem König.
Wir lesen sogar von einem interessanten Dialog bishin zur Diskussion zwischen Esther und Mordechai im vierten Kapitel mit Hilfe von Vermittlern!! Ohne dass diese verrieten, um welches Volk es hier ging. Da finden wir auch das Schlüsselwort im Vers 4,14:
„Denn wenn du zu diesem Zeitpunkt wirklich schweigst, so wird Befreiung und Errettung für die Juden von einem andern Ort her erstehen. Du aber und das Haus deines Vaters, ihr werdet umkommen. Und wer erkennt, ob du nicht gerade für einen Zeitpunkt wie diesen zur Königswürde gelangt bist?

Purim ist ein Freuden- und Siegesfest!
… darum, PURIM SAMEACH!


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