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Schabbat WAJAKHEL (Es versammelte) Lesung und Kommentar

Schabbat-Lesung und Kommentar für die 10. Woche 2008:
Schabbat WaJakhel („Es versammelte…“) – 2. Mose 35,1-38,20; 1. Könige 7,40-50 [13-26]
Von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar :
Diese Parascha, Wochenabschnitt, wie auch die folgende sprechen nun bis Ende des Zweiten Buch Mose von den verschiedenen Materialien, die das jüdische Volk für den Bau des Mischkan (Wohnstätte / Stiftshütte) und dessen Inhalt durch freiwillige Spende schenkten. Man könnte die Kapitel 25 bis 40 in zwei Hauptabschnitte unterteilen: Gottes detaillierte Anweisung an Mose (auf dem Berg Sinai), wie das Zeltheiligtum aussehen soll, gefolgt von einem Bericht über die Ausführung. Interessant, in Mitte der Erzählung von dem Zeltheiligtum folgt die Episode von dem Golden Kalb. (auch König Jerobeam I. vom Reich Israel lässt zwei Goldene Kälber in Beth-El und Dan aufstellen; 1. Könige 12).

Zurück zu unserer Lesung:
Das Volk spendete so großzügig, dass der Chefdesigner Bezalel zu Mose sagte: „Das Volk bringt viel, mehr als genug.“ (36,5) Wie gerne hätten viele Gemeindeleiter diese Erfahrung erleben wollen.
Deshalb reichte es schon nach nur drei Tagen Spendeaktion, nachdem Mose sie beauftragte, für den Mischkan zu spenden.

Das ist ein gutes Zeichen von gutem Willen!

Rambam (Maimonides) erzählt von acht Stufen der Zedaka-Wohltätigkeits-Gaben, darunter die höchste Stufe wenn jemand einem Armen hilft – auch durch Anleihe – ein Geschäft zu starten, oder ihn anzustellen, so dass er ein ehrenvolles Leben führen kann. Eine weitere Stufe ist: der Geber soll dem armen Empfänger unbekannt sein, „den der Vater im Himmel sieht im Verborgenen, und wird dir (in der Öffentlichkeit) vergelten“ (Matthäus 6,1-4) – schreibt auch das Neue Testament.

Interessant, was mir dieses Jahr bei der eigenen Schabbatlesung zuhause auffiel: wir lesen in unserer Lesung sieben Mal über den besonderen Charakter, der zu solch einer Arbeit von Gott gewünscht ist: Chacham-Lew, was als „weises Herz“ (36,8) übersetzt ist oder man spricht von der „Weisheit des Herzens“ (35,35), denn allein Weisheit reicht hier nicht aus, sondern Dein ganzes Herz muss dabei sein!! Gott will Dein Herz! Man muss darin gehorchen und glauben! – es wird sogar der Schlüssel dieser Werke im Heiligtum Gottes! Es ist die Weisheit, die auch König Salomo erbat, der später den Ersten Tempel baute. Es ist auch die Weisheit, die wir – laut Neuem Testament – von Gott erbitten können, und Er wird sie uns geben!

Wir finden in unserer Parascha das Verbot: „Ihr dürft am Sabbattag in all euren Wohnsitzen kein Feuer anzünden.“ (35,3) Darum schalten gottesfürchtige Juden auch keine Elektrikgeräte an, erst recht grillen sie nicht und fahren nicht Auto am Schabbat! Es ist ein klares Gebot und keine rabbinische hinzugefügte Auslegung! Mehr und mehr messianische Juden halten dieses Schabbat-Gebot.

Nachdem alles vollendet war, mit dem feinsten Gold und feinsten Stoffen, gereinigt an Geräten und an Personen, und „Mose das Werk beendete“ (40,33), konnte Gott diese „Wohnstätte“ (Mischkan) nun mit Seiner Wolke überdecken. „Und die Herrlichkeit Gottes füllte die Wohnung“. Wie zu Zeit König Salomo, als er den Bau des Ersten Tempels vollendete.
Auch wir im persönlichem Wandel mit Gott, erst nachdem unser Herz und unser Haus gereinigt ist, kann der Heilige Geist uns füllen. Das Herz und so auch unser Haus soll Ihm allein gehören.
Dann erst, zu Seiner Zeit, wird Er uns in neue Dienste hineinführen. Erst wenn der Mensch Dankbarkeit, Demütigkeit und Gnade zeigt, zeigt Gott ihm einen neuen Weg.

Die „Wolke“, der Heilige Geist, „erhob sich, und die Söhne Israel brachen auf“ und Gott führte sie durch die Wildnis und wanderte mit ihnen. Und solange die „Wolke sich nicht erhob, brachen sie nicht auf“ – möge dies uns eine Lehre sein! Besonders alldenen, die – gut gemeint – eilig und hastig direkt nach ihrer Bekehrung schon auf die Straßen „stürmen“.
Gott will erst in der Person und im eigenen Zuhause wirken, danach folgen große Dienste im Reich Gottes und Werke. (Manchmal kann man mehr Schaden anrichten, als Gutes tun!)
Vergessen wir nicht die 40 Jahre, die Mose brauchte! Mögen wir alles in Gottes Hände und in Seinen Zeitplan legen! – und ein weises Herz haben!


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