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Sabbat BO – Komm – Lesung und Kommentar: 2. Mose 10,1 bis 13,16; Jeremia 46,13-26

* Gebetstag NRW für Israel am 3. Februar 2008 in Dortmund

Schabbat-Lesung und Kommentar für die 3. Woche 2008,
Schabbat „BO – Komm“ Lesung und Kommentar: 2. Mose 10,1 bis 13,16; Jeremia 46,13-26
Von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
Diese Lesung beschreibt die drei letzten Plagen Ägyptens; der Machtkampf zwischen Gott und dem selbsternannten (Menschen-)Gott Pharao mündet in den triumphalen Auszug aus der Gefangenschaft in die Freiheit!

Jüdische Ausleger teilen die ersten neun Plagen in drei Dreierzyklen ein. Einem jeden Dreierzyklus geht voraus, dass der HERR Mose befiehlt, frühmorgens in Gegenwart vieler dem Pharao gegenüberzutreten (7,15; 8,16; 9,13). Weitere Übereinstimmung: Die jeweils erste und zweite Plage hat eine Vorwarnung (7,17; 8,17; 9,2 3,17,18; 10,4 6)! Die Dritte jedoch bricht stets ohne Warnung herein (8,12; 9,8; 10,21).

Die Zugeständnisse Pharaos steigern sich. Zunächst will er nur gestatten, Gott zu opfern, dann sollen nur die Männer Ägypten verlassen dürfen, später dann auch Frauen und Kinder, jedoch ohne alles Vieh. Aber Gott will das ganze Herz im Zerbruch sehen. Er lässt keine Kompromisse zu. Die Seinen sollen mit allem Hab und Gut ausziehen!
Schon waren die Berater Pharaos so weit, dass sie dazu rieten, das Volk ziehen zu lassen. Doch das verhärtete Herz des Herrscher lenkte nicht ein. Wehe dem, der so handelt! Wer sich darin erkennt, dass er Gott widersteht, tut gut daran, sich zu ergeben. Ägypten und ‘alle, die auf ihn vertrauten’ gelangt später unter dem Babylonier Nebukadnezar unter das Gericht – der Prophetenabschnitt in Jeremia 46 berichtet davon.
Es dauerte nur drei Tage, sie aus Ägypten herauszuholen. Aber es brauchte 40 Jahre, bis Kultur und Götzenliebe aus den Herzen der Kinder Israels verschwunden waren.

Auch das Datum des Auszugs verdient Beachtung. Die Wegführung in die Babylonische Gefangenschaft lässt sich sicher ins Jahr 586 vor Chr. datieren. Zählt man die 390 ‘Tagesjahre’ (laut Hesekiel 4,4 13) hinzu, gelangt man in das Jahr, in dem das salomonische Königreich in zwei Königshäuser zerfiel. Es folgt die Regierungszeit Salomos (40 minus 4 Jahre) und die 480 Jahre, die in 1. Könige 6,1 erwähnt werden. Somit dauerte es vom Auszug bis König Salomo 1492 Jahre. (Diese Datierung geht auf Hanspeter Wild zurück.)

Den künftigen Generationen wird geboten, des großen Auszugs aus Ägypten mit Opferfesten zu gedenken. Ein fehlerfreies einjähriges Lamm wird am 10. Nissan ausersehen, am 14. Nissan geschlachtet und am 15. Nissan als Passahmahl genossen. Das wahre Sühnelamm, das Lamm Gottes, Jeschua, der Messias, ist deutlich vorgeschattet. Er, sündlos, für uns am Kreuz ‘geschlachtet’, an genau demselben Jahrestag!

Jochanan Kemper, ein messianischer Rabbiner, weist darauf hin, wie der erste große Erlöser Mose dem ewigen Erlöser Jeschua, dem Messias, gleicht. Mose floh von Ägypten, und Jesus floh nach Ägypten, bis die Verfolger, die ihnen nach dem Leben trachteten, gestorben waren, einschließlich Herodes (Matthäus 2,14 15). Wie dieser hat auch Pharao die neugeborenen Kinder töten lassen. Bei der letzten Plage fällt auf: Pharao wollte die Israeliten, Gottes ‘erstgeborenen Sohn’ (2. Mose 4,22) umbringen – statt dessen kam sein eigener erstgeborener Sohn, den man Sohn Gottes nannte, um!

Wer heute die Erlösung ergreift, gleicht den Ausziehenden aus Ägypten. Er zieht sozusagen aus der Welt, denn nur durch das ewige Opfer Jesu ist es möglich, von der Gefangenschaft der Sünde frei zu werden.


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