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Sabbat-Lesung und Kommentar TOLDOTH – Geschlechtsregister: 1. Mose 25,19 bis 28,9; Maleachi 1,1 bis 2,7

Schabbat-Lesung und Kommentar für die 46. Woche 2007,
Schabbat „TOLDOTH – Geschlechtsregister“: 1. Mose 25,19 bis 28,9; Maleachi 1,1 bis 2,7
Von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
In unserer Schabbat-Lesung Toldoth begegnen wir abermals einem kinderlosen Ehepaar: Isaak (hebr. Jitzchak) und Rebekka (Rivka) (25,21). Auffallend viele Gottesmänner teilen dieses Los, wie gerade zuvor Abraham und später die Eltern Josefs, Samuels, Simsons und auch Johannes der Täufer.

Endlich, nach zwanzig Jahren innigen Betens, gibt der HERR Rebekka die Gnade einer Schwangerschaft, als Isaak 60 ist (!). Im Vers 22 lesen wir, dass zwei Kinder sich in Rivkas Leib „stoßen“, genauer übersetzt meint das hebräische Wort mitrozez: „drängeln“. Gott gab ihr die Deutung im folgenden Vers: „Zwei Völker sind in deinem Leibe … und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“ Das Prinzip „der Ältere diene dem Jüngeren“ kommt in der Bibel öfter vor. Betrachten wir nur die Söhne der Erzväter oder König David. Rebekka bewahrt die Verheißung und trägt später selbst dazu bei, sie zu erfüllen.
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Jüdischer Auslegung nach: Warum kochte Jakob eine Linsensuppe?
Sie sagen, weil es gerade die sieben Schive-Sitzen der Trauer über dem verstorbenen Abraham sind. Es sollte Sitte sein, Linsensuppe in Zeit von Trauer zu essen.
Wie alt waren Jakob und Esau als ihr Großvater Abraham verstarb?
Sie waren 15 Jahre alt. D.h., die drei Erzväter, Abraham, Isaak und Jakob lebten gleichzeitig fünfzehn Jahre!
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So, der Jüngere erhielt den Bundessegen der Verheißung! So geschah es auch später bei der Segnung Jakobs über Josefs jüngsten Sohn Ephraim. Josef wie schon Isaak bevorzugten dennoch den Älteren, menschlich gesehen nur allzu verständlich. Hier müssen wir Väter vorsichtig sein, denn Gott sieht nicht mit menschlichen Augen!

Auf die Frage „Warum Jakob und nicht Esau?“ finden wir zu Beginn unseres Prophetenabschnitts aus Maleachi 1 eine Antwort. Hier knüpft der Apostel Paulus an und erklärt in Römer 9, dass es im Mutterleib entschieden werden musste, so dass eben kein eigenes Tun oder irgendein Werk die Wahl bestimme. „Ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten … damit der Ratschluss Gottes bestehen bliebe und seine freie Wahl, nicht aus Verdienst der Werke, sondern durch die Gnade … wie geschrieben steht: ‘Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst’.“ (Römer 9,11 ff).

Warum hasste Gott Esau? Er brachte dem Segen Gottes keine Wertschätzung entgegen und war sogar bereit, für einen Teller Linsensuppe darauf zu verzichten. Kapitel 25, Vers 34: „Esau verachtete das Erstgeburtsrecht“. Der Hebräerbrief nennt Esau einen Hurer und Gottlosen (12,16). Ein Hurer gibt auch seinen Körper preis, der doch ein Tempel Gottes ist. Für eine momentane Befriedigung des Fleisches war er bereit, auf die Ewigkeit des Segens zu verzichten – wie ein Hurer! Das hasste Gott.

Der Name Jakob, hebr. Ja’akov, wird üblicherweise vom Wort Akev, „an der Ferse“ (25,26), hergeleitet. Doch gibt es eine tiefere Bedeutung des Namens. „Akov“ heißt zu deutsch „trügerisch“, vergleiche das in Jeremia 17,9 über das menschliche Herz Gesagte. Ja, Jakob war – auch wenn es um den Segen Gottes ging – ein Betrüger, heute würde man es Manipulator nennen. Dieser Charakterzug, es aus eigener Kraft zu schaffen, zog sich durch Jakobs Leben und gipfelte in Peniel, wo er von „Angesicht zu Angesicht“ mit dem Engel Gottes kämpfte. Von da an aber wurde er genannt: „Isra-El – Gott streitet (für dich)“.
So wird es auch den ‘Söhnen Jakobs’ als Nation geschehen, Israel wird ihren Erlöser erkennen und sie werden es nicht mehr notwendig haben ‘Kleider anzuziehen um jemand zu sein, der sie nicht sind’!

Esau (hebr. essav) war, modern ausgedrückt, ein Macho, ein echter Mann – welcher Vater würde das nicht gern sehen! Wieder einmal treten menschlich gesehen interessante Eigenschaften hervor: ein Mann des Feldes, ein Jäger! Jakob hingegen ist ein „Muttersöhnchen“, so hätten wir ihn heute genannt. Die Bibel jedoch nennt ihn einen gesitteten Mann, wörtlich aber: im „Zelte Sitzender“ (joschew Ohalim).

Wieder finden wir Parallelen in den Geschichten der Erzväter: zu Abrahams Lebensgeschichte, zum Beispiel in Zeiten des Hungers oder Isaak und Rebekka vor Abimelech, dem Philisterkönig (26,7) zeigen: Wieder wurde gelogen! Die Lektion war nicht gelernt worden.

Esau bereitete den Eltern „Herzeleid“, indem er sich zwei Hetiterinnen als Frauen nahm, nicht aus dem von Gott erwählten Vaterhaus Abrahams. „Nimm ja nicht eine Frau von den Töchtern Kanaans!” war Isaaks Befehl, doch Esau tat es absichtlich. Nicht so Jakob, er gehorchte dem Willen seines Vaters (28,6-7).

Jakob gewann schließlich durch Betrug, Lüge und die Hilfe der Mutter den Segen Isaaks. Doch es hatte einen hohen Preis. Obwohl Rebekka den Fluch auf sich nahm (27,13) musste der Junge des Zeltes sich von seiner Mutter 20 Jahre trennen und vor seinem zornigen Bruder fliehen. Seine Flucht gab ihn in die Hände eines noch größeren Betrügers, Laban. Auch so handelt Gott.
Manchmal muss Er das stolze Herz eines Menschen mit einem noch stärkeren Sünder brechen.
„Wenn ihr nicht hört und wenn ihr [es euch] nicht zu Herzen nehmt, meinem Namen Ehre zu geben, spricht der HERR der Heerscharen, dann sende ich den Fluch unter euch und verfluche eure Segensgaben; ja, ich habe sie schon verflucht, weil ihr es nicht zu Herzen nehmt.“ (Maleachi 2,2; aus unserem Prophetenabschnitt)



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