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BALAK 4. Mose 22,2-25,9; Micha 5,6-6,8

26. Woche
Schabbat-Lesung und Kommentar:
„BALAK“ 4. Mose 22,2-25,9; Micha 5,6-6,8
von Michael Schneider

Kommentar:
In unserem Wochenabschnitt erfahren wir, dass Balak, der König von Moab, in große Angst geriet, weil er gehört hatte, dass das siegreiche Volk Israel die mächtigen Amoriter, den König Sihon aus Heschbon wie auch den König Og aus Baschan, das heutige Golan, besiegt hatte!

Daraufhin wandte sich Balak an Bileam aus Pethor, ein bekannter Seher und Weissager, der das Volk Israel verfluchen sollte, und der König scheute keine Kosten und Mühen, den am weit entfernten Euphrat wohnenden Bileam zu gewinnen. Anfangs aber weigerte sich Bileam noch, dem König Hilfe zu leisten, denn er wollte dem Gott Israels gehorchen. Erst waren es nur einfache Boten, dann kamen die Fürsten des Königs selbst, um ihn umzustimmen. Und dann sah Gott das Herz Bileams und ließ es schließlich zu: „Wenn die Männer dann kommen, um dich zu rufen, mache dich auf, geh mit ihnen! (22,20). Aber, wie wir wissen, wartete Bileam nur auf das ‘Grüne Licht’ Gottes, denn sofort ‘früh morgens machte er sich schnell auf den Weg’. Wie wir in Römer 1 lesen, lässt Gott manchmal den Menschen „seiner Sehnsucht nach der Sünde nachgeben“. Und zwei Verse weiter lesen wir: „Da entbrannte der Zorn Gottes, dass er ging.“

Im Anschluss daran folgt die kurze aber bedeutsame Episode mit dem sprechenden Esel, die uns zeigen soll, dass Gott eigentlich alles und jeden benutzen kann, um die Worte zu verkündigen, die Er verkünden will!

Und dann lesen wir das klare Statement des Judenhassers: „Die dich (Israel) segnen, sind gesegnet, und die dich verfluchen, sind verflucht!“ (24,9) – Worte, die Gott gerade ihn, den Judenhasser, sagen ließ, damit niemand sagen kann, ein Judenfreund hätte diese Worte gesprochen. Keine Bestechung oder Manipulierung! Natürlich fühlte sich Balak angesprochen und wurde zornig.

Dreimal musste sich Balak Segen anstelle von Fluch anhören (23,11 und 25), auf immer ‘höheren Gipfeln (Pisga)’ stehend. Er hatte nicht aufgegeben – genau wie damals Pharao; es war ein Machkampf zwischen dem noch „unbekannten“ Gott Israels und dem Volksherrscher.

Die Geschichte zeigt uns, dass das jüdische Volk – leider! – das meistverfluchte Volk der Menschheitsgeschichte ist. Die UNO, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, hat mehr Resolutionen zur Verurteilung Israels verabschiedet, als gegen alle anderen Nationen zusammen, einschließlich des Iraks! Von 175 verabschiedeten Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats waren 97 gegen Israel! Auf der anderen Seite werden ganze Völker sowie Betriebe und auch Menschen gesegnet, weil sie Israel segneten durch praktische und finanzielle Hilfe oder durch Gebete. Ja, Bileams Segen gilt auch noch heute. Schauen wir nur auf die Vereinigten Staaten, die meist auf der Seite Israels standen – Gott segnete sie dafür! Oder nehmen wir die zwei deutschen Staaten vor der Wiedervereinigung. Die DDR wollte ihre Schuld am jüdischem Volk nicht anerkennen; im Gegensatz zu den Westdeutschen, die unter Konrad Adenauer ab 1965 Wiedergutmachungs- und Entschädigungsgelder zahlten. Der Segen und der Fluch war sichtbar, die Bundesrepublik wurde zu einer Wirtschaftsmacht, und die DDR trat 40 Jahre lang auf der Stelle. Ja, wir sprechen hier von denselben „fleißigen“ Deutschen. An Beispielen fehlt es nicht – sei es für Segen oder Fluch – beides wird immer an dem Verhältnis zu Israel gemessen.

Einer der Segenssprüche Bileams bildet sogar den Anfang des Mittagsgebets (Mincha) der Juden:>b> „Ma towu Ohalecha … Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel!“ (24,5).

In unserem Prophetenabschnitt (Haftara) in Micha 6,5 lesen wir: „Mein Volk, denk doch daran, was Balak, der König von Moab, beratschlagt, und was Bileam, der Sohn des Beor, ihm antwortete …“ Das soll uns auch ein Trostwort sein, denn Gott kann jeden Fluch in einen Segen umwandeln!



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