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Korach 4. Mose 16,1 bis 18,32; Jesaja 66,1-24

24. Woche
Schabbat-Lesung und Kommentar
„Korach“ 4. Mose 16,1 bis 18,32; Jesaja 66,1-24
von Michael Schneider

Kommentar:
Unsere Parascha, Schabbatlesung, berichtet von der Rebellion der Sipppe Korach. Korach kam aus der levitischen Großfamilie Kehat. Zu ihm gehörten die bekannten Aufrührer Datan und Aviram, insgesamt waren es 250 namhafte Männer, die sich gegen Mose „erhoben“ (hebr. jakumu), indem sie seine und Aarons Autorität als erwählte Leviten anzweifelten. Als wäre die Absonderung der Leviten durch Gott selbst nicht ausreichend! Sie wollten keine menschliche Autorität über sich dulden und beriefen sich darauf, dass Gott inmitten der Versammlung sei. Doch sie waren unzufrieden, sie wollten mehr. Diesen Machtkampf finden wir leider auch oft in Gemeinden, wenn sich Menschen sträuben, sich der von Gott erwählten Autorität in Demut zu unterzuordnen.

Unter Führung von Korach, Datan und Aviram wird, wie wir in den Versen 13 und 14 lesen, die Leitung Moses und Aarons sogar belächelt. Mose verteidigt zwar Gottes Entscheidung, Aaron einzusetzen, seine eigene jedoch nicht. Mose hatte sich nicht um den Posten gerissen, der einzige Leiter im Lager zu sein. Dies wurde schon bei seiner Reaktion auf Eldad und Medad deutlich, als diese anfingen zu weissagen (im vorigen Abschnitt in Kapitel 11). Seine Antwort war: „Mögen doch alle im Volk des Herrn Propheten sein…“ (11,29). Mose fühlte sich nicht bedroht. Auch in der Angelegenheit Korachs und seiner rebellischen Sippe blieb er vollkommen demütig und brachte es vor Gott: Gott sollte entscheiden. So soll auch der berufene geistliche Leiter das Vertrauen allein auf Gott haben, und sich nicht zähnefletschend um seinen Posten reißen. Gott wird schon für ihn (ein)schreiten!
„Und Mose sagte: Daran sollt ihr erkennen, dass der Herr mich gesandt hat, um alle diese Taten zu tun, dass ich also nicht aus meinem Herzen gehandelt habe.“ (16,28)

Und dann vollzog sich das Gericht, übernatürlich, denn auch die Erwählung Gottes ist immer eine übernatürliche. Es „spaltete sich der Erdboden, der unter ihnen war, und die Erde öffnete ihren Mund und verschlang sie und ihre Familien und alle Menschen, die Korach angehörten …“ Verse 31-32.

Gott übte Gericht, und Mose bekam es zu spüren. Das Volk murrte wieder (17,6) und Gott strafte das Volk mit einer Plage, wörtlich heißt es: einer Pest. Der gottesfürchtige Mose lief zu Aaron, damit dieser sofort durch das Räucheropfer Sühne für das Volk erwirken soll. Es herrschte Panik, ein großes Sterben hatte eingesetzt! Aber als Aaron „zwischen den Toten und den Lebenden“ stand, hörte die Plage auf.

Anschließend lesen wir von den auf Gottes Geheiß eingesammelten benannten Stäben eines jeden Stammes. Nun soll die Erwählung Aarons unter dem murrenden und rebellierenden Volk neu bestätigt werden: „Dessen Stab soll sprossen.“ An Aarons Stab blühten sogar Mandeln, und er wurde so zum „Zeichen für die Widerspenstigen“. Zur Mahnung bewahrte man ihn auf. Aarons Stab befindet sich mit den Steintafeln und dem Mannakrug in der Bundeslade (Hebräer 9,4).

Nach Korachs Aufstand, der wegen des Murrens eine Pest nach sich zog, der Tausende zum Opfer fielen, kehrte wieder Ehrfurcht ein, bis die Söhne Israel vor Mose stöhnten: ‘Wir vergehen, wir kommen um, wir sind alle verloren’ (17,27). Nachdem den Gottesdienern, den Leviten, wieder Respekt und Ehrfurcht entgegengebracht wurde, konnte von den Söhnen Israel verlangt werden, die Leviten durch die Gabe des Zehnten zu versorgen, wovon im folgenden 18. Kapitel die Rede ist.

Die Lehre aus dem Fall Korachs wird sogar im Neuen Testament aufgegriffen. Der Knecht Jeschuas, Judas, warnt in seinem Brief vor den Lästerern, denn sie erwartet dieselbe Strafe wie einst Kain, Bileam und Korach (Judas, Vers 11).

– Michael Schneider –



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