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BeSCHALACH – Als er ziehen ließ, 2. Mose 13,17 bis 17,16; Richter 4,4 bis 5,31

05. Woche
Schabbat-Lesung und Kommentar
„BeSCHALACH – Als er ziehen ließ“, 2. Mose 13,17 bis 17,16; Richter 4,4 bis 5,31
von Michael Schneider

Kommentar:
Die Lesung BeSchalachberichtet, wie Pharao, nachdem er das Volk Israel hatte ziehen lassen, sein Herz wendet und ihnen nachjagt. Als die Israeliten die herangaloppierenden Pferde wahrnehmen, bricht Panik aus. Die mächtige Hand Gottes scheint vergessen. Der Jubel wandelt sich in Murren, und Mose sieht sich als Vermittler zwischen Gott und Menschen. „Nun lässt du uns hier in der Wüste sterben!“ und „Warum hast du uns aus Ägypten ausziehen lassen?“ lauten die Vorwürfe. Der Midrasch zieht die Lehre aus dieser Geschichte: Der Mensch sollte vorsichtig mit dem sein, was er sagt. Die Worte vom Sterben in der Wüste verwirklichen sich 40 Jahre später!

Der HERR gibt dieselbe Antwort wie auch heute noch in Zeiten panischer Sorge: „Der HERR wird für euch kämpfen, ihr aber seid still!“ (14,14)

Dass Gott Sein Volk gerade nicht durch das Philisterland die Mittelmeerküste entlang führt (wo heute das Palästinenserland, der Gazastreifen ist), sondern durch die Wüste, hat gute Gründe. Es geht nicht nur darum, kriegerischen Auseinandersetzungen aus dem Wege zu gehen. Die noch größere Gefahr liegt in der drohenden Assimilation und dem ‘Nachhuren’ hinter fremden Göttern. Im fruchtbaren Philisterland wären die Israelis auf florierenden Handel gestoßen und auf Läden, die für jede ‘jüdische Mutter’ bis heute noch so sehr wichtig sind. Der Gott Israels jedoch wollte Sein Volk in 40 jähriger Wanderung zubereiten zu wahrer Umkehr im Herzen. Ziel ist die totale Abhängigkeit vom HERRN. Das lässt sich in der Wüste am besten lernen – der beste Trainingplatz!

Gott sagt zu Mose: „Du aber erhebe deinen Stab und strecke deine Hand über das Meer aus und spalte es, damit die Söhne Israel auf trockenem Land mitten in das Meer hineingehen!“ Der von Gott verliehene Stab, der schon die zehn Plagen brachte, spaltet nun das Schilfmeer. Es ist derselbe Stab, der später den Felsen schlägt, um das überlebenswichtige Wasser für zwei Millionen Menschen hervorzubringen.

Wir sehen aber auch dies: So mächtig die Wunder Gottes auch sind, führen sie doch nicht zu dauerhafter Umkehr. Die Geschichte der Wüstenwanderung ist dafür das beste Beispiel, man denke nur an das Manna. Auch die Jünger Jeschuas erlagen der Gewöhnung an das „Brot vom Himmel“. Doch Jeschua muss sie zurechtweisen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel. Denn das Brot Gottes ist der, welcher aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt.“ (Johannes 6, 32 33)

Das Manna vom Himmel wird zum täglichen Brot. Wie im Vaterunser im wörtlichen und im übertragenen (im physischen und im geistlichen) Sinn. Es steht Tag für Tag zur Verfügung, lässt sich jedoch nicht auf Vorrat sammeln. Mit Absicht war es eine Tagesportion (16,18) und keine wöchentliche, monatliche oder jährliche Portion – der abhängige Gläubige soll Gottes Brot täglich erbeten –am Morgen! Zweitens zeigt es, dass vor Gott alle gleich sind! (Nur für den Schabbat gab es am Freitag eine Doppelration. Zur Erinnerung daran wird bis heute über zwei Chala-Schabbatbroten gesegnet.)

Der Lobpreis, das „Lied des Meeres“, ist kaum verklungen, da fängt nach nur drei Tagen das Murren wieder an (15,22). Der Prophetenabschnitt aus Richter 4 und 5 überliefert uns auch ein Sieges- und Loblied der Prophetin und Richterin Deborah. Darum, lasst uns danken, nicht murren!

Wissen Sie es?

  • Wo liegt der Berg Morija, auf dem Abraham seinen Sohn Isaak als Opfer darbrachte?
  • Welcher Prophet verordnete eine Brotvermehrung im Alten Testament?

Lösungen der letzten Woche:

  • Welche Stadt ist bekannt als die „Stadt der Kabbalisten? Safed (hebr. Zfat)
  • Wer ließ sich unter einem Ginsterstrauch nieder, und wünschte sich zu sterben? Der Prophet Elia; 1. Könige 19,4


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