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„WA’JECHI – Und er lebt“ 1. Mose 47,28 bis 50,26; 1. Könige 2, 1 12

01. Woche
Schabbat-Lesung und Kommentar
„WA’JECHI – Und er lebt“ 1. Mose 47,28 bis 50,26; 1. Könige 2, 1 12
von Michael Schneider

* Bei der Schabbat-Lesung handelt es sich um den Wochenabschnitt, der am jeweiligen Schabbatmorgen in der Synagoge aus der Thorarolle gelesen wird. Mit Gottes Hilfe will ich versuchen, Ihnen diesen ‘trockenen’ Text zu erschließen. Dabei ist mir wichtig, die Verbindung zum neuen Bund im Neuen Testament zu finden.

Kommentar:
Unsere Lesung führt zur letzten Parascha, in der ein Familiendrama im Segen endet.

Noch 17 Jahre lebt Jakob, das Oberhaupt der Sippe, in Ägypten bei seinem geliebten Sohn Josef. Im Alter von 147 Jahren ruft er seine Söhne an sein Sterbebett, um ihnen seinen Segen zu geben. Er macht jedoch den Anfang mit den Enkeln, Ephraim und Manasse, den Söhnen Josefs.

Er nimmt Josef einen Eid ab (dessen Wort allein reicht ihm nicht), dass man ihn bei ‘seinen Vätern’ in Eretz Israel (nämlich in der Höhle Machpela zu Hebron) bestatten werde. Dasselbe wird später Josef auch für sich selbst erbitten. Ägypten ist und bleibt das fremde Land. Dort für immer bleiben? Nein – im verheißenen Land soll die Beisetzung sein! Das Grab Josef befindet sich in Samaria im biblischen Sichem. „Im Glauben (be-Emunah) gedachte Joseph sterbend des Auszugs der Söhne Israels und traf Anordnung wegen seiner Gebeine“ (Hebräer 11,21 22).
Beide wurden dann auf ägyptischer Weise vollzogen: Auf 40 Tage des Einbalsamierens folgte eine 70 tägige Trauer.

Nun segnet Jakob – wie schon sein Vater Isaak – den Jüngeren (Ephraim), zu seiner Rechten, als ersten, und danach den Älteren (Manasse). Doch diesmal hat es nichts mit Betrug zu tun! Auch die Augen Jakobs – wie die seines Vaters Isaak, den er überlistet hatte – sind fast blind, als er den Segen spendet. (48,10)
Die Antwort an den empörten Josef, als Jakob scheinbar das Erstgeburtsrecht verwechselt, hat Vers 19: „… ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es … Jedoch wird der jüngere Bruder größer sein als er, und seine Nachkommenschaft wird eine Fülle von Nationen (melo ha-gojim) werden.“ Genau diesen Begriff ‘Melo-HaGojim’ benutzt der Apostel Paulus (hebr. Schaliach Scha’ul) im Römerbrief (11,25), wenn er alle Heiden/Nationen meint, deren Vollzahl ‘eingehen soll’. Im Bibelhebräisch bedeutet ‘Goij’ sowohl Nation als auch Heiden. Ob damit gemeint ist, dass Ephraim für die Gläubigen in der Welt steht? Danach geht der Segen an die Söhne Jakobs, Israel, bis hin zu Josef, den er hier (49,22) ‘Ben-Porat’ nennt.

„Und Jakob rief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, und ich will euch verkünden, was euch begegnen wird in künftigen Tagen.“ (49,1) Doch genauer lautet die Stelle: „… wozu ihr in Acharit HaJamim (Begriff für Endzeit, Tage des Messias) berufen seid“! Mit anderen Worten: Die Stämme Israels haben endzeitliche Bedeutung.

Die Midraschs sagen, Jakob wollte seinen Söhnen ihr Schicksal enthüllen, doch die Gegenwart Gottes, die Schechina, verließ ihn in diesem Moment (so Raschi), so dass er sie nur segnen konnte. Manche Gelehrten streiten sich, ob es sich hier wirklich um eine Segnung oder eher um Prophetie handelt.

Jehuda (Juda), sei es wegen seiner Umkehr (vergleiche Kapitel 44, vorangegangene Lesung) oder auch wegen seines Verhindern des Mords an Josefs indem er ihn verkaufen ließ, erhält nun die königliche Verheißung. Er, der mutige ‘junge Löwe Judas’, wird zum Stammvater des Königshauses Davids und später des Messias. Judas Zukunft beschreiben die Verse 8 bis 11: „Nicht weicht das Zepter von Juda, noch der Herrscherstab (Gesetzgeber) zwischen seinen Füßen weg, bis dass der Schilo (gemeint der Messias; und es bedeutet: Sein Friede) kommt, dem gehört der Gehorsam der Völker.“ Diese Verheißung wirkt bis in endzeitliche, messianische Tage hinein!

In Josefs Worten, die er am Ende seiner Tage spricht, klingt an, wie Jeschua bei seiner Wiederkunft mit uns reden wird: „Fürchtet euch nicht! Bin ich etwa an Gottes Stelle? – Ihr dachtet Böses über mich, Gott aber dachte es zum Guten!“ (so eine genauere Übersetzung von 50,19 20)

Wissen Sie es?

  • Wer war der am längsten amtierende Bürgermeister Jerusalems?
  • Welcher König Israels kannte keinen Krieg – weil Gott es so wollte (darum auch sein Name)?

Lösungen der letzten Woche:

  • Wie hieß das israelische U-Boot, das seit 1968 in der Meerestiefe verschollen war? INS „Dakar“ (dt. Schwertfisch), nach 31 Jahren am 24. Mai 1999 entdeckt.
  • Wer war der erste Hirte in der Bibel? Abel (hebr. Hewel); 1. Mose 4,2)


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