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WA’JEZE – Und er zog aus/hinweg 1. Mose 28,10 bis 32,3; Hosea 12,13 bis 14,10

48. Woche
Schabbat-Lesung und Kommentar
WA’JEZE – Und er zog aus/hinweg 1. Mose 28,10 bis 32,3; Hosea 12,13 bis 14,10
von Michael Schneider

Kommentar:
Jakob beginnt seine Wanderschaft, die am Anfang nicht leicht war. Darum wird das „Er zog aus…“ (wa-jeze) betont. In die Fremde, nach Haran, weit weg vom Vaterhaus. Um so wichtiger war es, dass ihn der von Gott zugesprochene Segen der Verheißung auf dem Weg begleitete: „Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wohin du gehst.“ (28,15) Dem fliehenden Jakob wurde durch einen Traum offenbart: Eine Leiter, die Erde und Himmel verbindet und die Engel Gottes steigen auf und ab. Es war Jakobs erste persönliche Begegnung mit dem Gott seiner Väter. So neu war dies für ihn, dass er sprach: „Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte!“ Und so spricht einer, der bereits reich gesegnet wurde! Aber, so geht es doch vielen Gläubigen …
Er nannte den Ort das Haus Gottes, hebräisch Beth-El, hier öffnen sich die „Pforte des Himmels“. An diesem Ort tat Jakob sein Gelübde: „Wenn Gott mit mir ist …“ will er unter anderem den Zehnten all seiner Güter Ihm geben. (Interessant: die hebräischen Wörter für Zehnter und für Reichtum haben die selben drei Buchstaben!) Zum ersten Mal erscheint der Begriff „der Zehnte – ma’asser“. Hier liegt das Geheimnis des Erfolgs des Jakob!

In Kapitel 29 sehen wir abermals eine Begegnung eines Mannes mit seiner künftigen Ehefrau, die an einem Brunnen stattfindet. (Den unverheirateten Männern sei gesagt: Hört nicht auf, nach Brunnen Ausschau zu halten, vielleicht findet Ihr dort eure Frau!) Er verliebt sich auf der Stelle in seine Cousine Rahel, die Tochter seines Onkel Laban – eine Hirtin wie er! (29,10) Jetzt ist es an ihm, einem aus dem Hause Abrahams, die Tiere Labans zu tränken, nicht wie damals bei Rebekka und dem Knecht Abrahams. Es heißt: „Laban rannte auf Jakob zu“ (29,13) – erwartete er wieder Geschenke wie bei Elieser?

Die Wege des HERRN sind unbeschreiblich. Er zahlt Jakob mit gleicher Münze heim. Worin besteht der Betrug Labans? Die Braut ist Lea, die Ältere. Die Geliebte Rahel wird zunächst vorenthalten. Ob Jakob wohl an sein eigenes Leben denken muss? Wie er vor sieben Jahren seinen halbblinden Vater Isaak täuschte? Nun empfängt er Lea, deren „Augen matt waren“ (29,17). So arbeitet Jakob weitere 7 Jahre für Rahel. Er liebt sie so sehr, dass die lange Zeit ihm vorkommt wie wenige Tage. (29,20)
Als Jakob Laban zur Rede stellt („Warum hast du mich betrogen?“), erhält er die lapidare Antwort: „Das tut man an unserm Ort nicht, die Jüngere vor der Erstgeborenen zu geben.“ (29,25-26) Plötzlich findet sich Jakob auf der anderen Seite wieder, diesmal ist er selbst der Betrogene, wahrhaftig eine Überführung! So arbeitet Gott.

Jakob hat nun zwei Frauen. Unausweichlich führt dies dazu, dass er die eine liebt und die andere ablehnt. Gott erbarmt sich der Verachteten und segnet sie mit Nachkommenschaft, während der Mutterleib der Geliebten verschlossen bleibt. Ähnlich geht es den beiden Frauen von Elkana, vergleiche 1. Samuel 1. Der HERR ist gerecht und gnädig!

Mit den ersten drei Söhnen wollte Lea das Herz Jakobs gewinnen (29,32). Die leidende Rahel reagiert wie Sarah mit Hagar (30,3). Ein wunderbarer Trost für alle, die lange um etwas beten, steht dann in Vers 22: „Und Gott dachte an Rahel, und Gott hörte auf sie und öffnete ihren Mutterleib.“ Ja, Gott hört und erhört. Nach der Geburt des Josef will Jakob wieder fort, und Laban erkennt, „dass der HERR ihn um Jakobs willen gesegnet hat“ (30,27).

Wissen Sie es?
Wie oft war die Stadt Jerusalem geteilt und für wie lange?
Wieviele treue Soldaten begleiteten David bei seiner Flucht vor König Saul?

Lösungen der letzten Woche:
Wieviele Sitze hat das israelische Parlament, die Knesset? 120

Wer sagte zu wem: „Warum habe ich Gunst gefunden in deinen Augen, dass du mich beachtest, wo ich doch eine Fremde bin“?
Ruth zu Boas; Ruth 2,10



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