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NOACH – Noah 1. Mose 6,9 bis 11,32; Jesaja 54,1 – 55,5

43. Woche
Schabbat-Lesung und Kommentar
„NOACH – Noah“ 1. Mose 6,9 bis 11,32; Jesaja 54,1 – 55,5
von Michael Schneider

Kommentar:
In diesem Schabbat-Wochenabschnitt begegnen wir einem der ersten Gerechten (hebr.: Zaddik) dieser Zeit – Noah, wo die Gerechtigkeit einer einzelnen Person die Menschheit rettete. So ging es durch die ganze Geschichte hindurch, durch Wenige und „Überreste“ war Gott gnädig und hat Israel nicht ausrotten lassen. Es war eine Ära des Bösen wo „gefallene Engel“ unter den Menschen auf Erden herrschten. Es kam sogar so weit, dass es „den HERRn reute, dass er den Menschen auf Erden geschaffen hatte und es machte Sein Herz traurig!“ (6,6), denn alles „war verdorben, denn alles Fleisch hat seinen Weg verdorben auf Erden!“ (6,12).

Doch Noah „fand Gnade in den Augen Gottes“. Er und seine Familie waren es letztendlich, die die Menschheit vor einer kompletten Vernichtung retteten. Das rettende Mittel dazu war eine Arche, die „innen und außen mit Pech“ zum Schutz „verpicht“ wurde. Das biblische Wort für Pech ist „Kopher“, daraus leitet sich das Wort für Sühne „KAPPARA“ ab. Ja, die Sühne durch das Lamm Gottes, Jeschua, ist unser Schutz vor dem Gericht Gottes und Seinem „verzehrenden Feuer“. Interessant ist auch, dass „von innen und außen“, Gottes Schutz herrscht also nicht nur über unser Innerstes (bzw. Herz) sondern auch über unser Äußeres.

Das Bauen an der Arche, bzw. am Himmelreich Gottes, wurde allen angeboten, und die Tür ist weit offen (Jeschua ist unsere Tür heute). Der Bau der Arche dauerte damals 120 Jahre – viel Zeit zur Umkehr! Doch dann war es so weit, nachdem zwischendurch sicher Zweifel in der Familie auftauchte, begleitet vom Spott der Vorbeikommenden („Wie kannst du nur an so etwas glauben!“). In Kapitel Sieben steht, wie sich die Tür der Arche dann schloss und das Gericht vom Himmel „in Strömen“ fiel.

In der Endzeit werden die Tage wie die zu Zeiten Noahs sein, man „wird trinken und heiraten, dann aber wird die Flut kommen! (Lukas 17, 26-27; 1. Thess. 5,3) Sieben Tage war Noahs Familie in der „geschützten“ Arche, bis die Flut am 17. Tag des zweiten Monats (Ijar) begann. Gibt es hier eine Parallele zur Endzeit?

Wieder sind hier bedeutsame Daten: 17.Ijar, dann 40 Tage Regen, nach 150 Tagen „schlossen sich die Quellen der Tiefe und die Fenster des Himmels“, am 17. Tischri ließ sich die Arche auf dem Berg Ararat nieder, dann eine weitere Zeit bis dem 1. Tag des zehnten Monats, „bis die Berggipfel sichtbar wurden“ und dann eine Wartezeit von 40 Tagen, bis Noah das Fenster der Arche öffnete. Dann schickte Noah drei Mal für je sieben Tage einen Vogel hinaus, erst den Raaben, dann die Taube. Am 1. Nissan (1. Monat) „entfernte Noah die Decke von der Arche“ und am 27. Ijar „war die Erde wieder trocken“ und sie verließen die Arche! (8,14-16). Sie waren somit genau 365 (ein biblisches Jahr sind 355 Tage) Tage in der Arche.

Gott schloss Seinen ersten Bund mit Noah und seinen Nachkommen, der bis heute noch sichtbar ist, denn sobald wir einen Regenbogen sehen, sollen wir uns an diesen Eid Gottes erinnern, dass Er nie wieder solch eine Flut über die Erde bringen wird. Dennoch war sich Gott bewußt, dass „das Sinnen des menschlichen Herzens böse von seiner Jugend an ist“. (8,21; vgl. 6,5) Das bestätigt auch der Prophet Jeremia: „Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es“ (17,9).

Mit acht Seelen begann Gott mit der Menschheit von vorn. Nach der Sintflut (ab Kap. 9) kamen die ersten Gebote Gottes, wie z.B. das Vermehrungsgebot in Vers 7, doch schon davor lesen wir vom Verbot des Genusses von Blut in Vers 4. Im selben Kapitel lesen wir noch von dem Fluch Noahs über seinen Sohn Ham, dem Vater Kanaans, und damit wurde Kanaan dreimal als „Sklave seiner Brüder“ verflucht!

Kapitel 10 listet die 70 Völker-Tafel auf, Nachkommen der drei Söhne Noahs. Jafet wurde der Vorvater der europäischen Völker, Ham ist der Vorvater der afrikanischen Völker und Sem (Schem) wurde zum Vater der semitischen Völker inkl. Ismaels Nachkommen d.h. den arabischen Völkern. Kanaaniter und Philister sind jedoch keine Semiten, sondern Hamiten.

Ca. 300 Jahre nach der Sintflut taucht eine Person mit Namen Nimrod auf, der erste Herrscher, der es wagte, Gott zu widerstehen. (Nimrod kommt von mered – Aufstand, wörtl. „wir werden rebellieren“.) Er wollte Gott ersetzen und dafür einen großen Turm bauen. U.a. errichtete Nimrod Babel/Babylon und Ninive. Die Strafe war Verwirrung aufgrund der vielen Sprachen, so dass sie sich gegenseitig nicht mehr verstanden haben (11,9). Bis heute tragen wir diese Strafe! In der Endzeit jedoch wird es wieder zu einer verständlichen Sprache unter allen kommen, denn Zefanja 3,9 sagt: „Dann aber werde ich den Völkern andere, klare/verständliche Sprache (das ist die genaue Übersetzung!) geben, damit sie alle den Namen des HERRN anrufen und Ihm einmütig dienen.“

In unserer Haftara, dem Prophetenabschnitt, in Jesaja 54 lesen wir von der Verstreuung des Volkes Israel unter alle Völker, aber zum Trost finden wir die Worte des HERRN: „Einen kleinen Augenblick habe Ich dich verlassen, aber mit großem Erbarmen werde Ich dich sammeln. Im aufwallenden Zorn habe Ich einen Augenblick Mein Angesicht vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade werde Ich mich über dich erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.“ (7-8)

Wissen Sie es?

  • Wann beginnt die jüdische Zeitzählung (wir haben das Jahr 5767)?
  • Mit was rüstete sich David vor seiner Flucht vor König Saul aus, als er das Priesterhaus Achimelech besuchte?

Lösungen der letzten Woche:

  • Wer baute die heutigen Mauern der Altstadt Jerusalems? Der türkische Herrscher Suleiman, 1540
  • Wer war der erste Mensch der entrückt wurde? Hennoch; 1. Mose 5,24


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