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„WaEtchanan – Und ich flehte“: 5. Mose 3,23 bis 7,11; Jesaja 40,1-26

32. Woche
Schabbat-Lesung und Kommentar:
WaEtchanan – Und ich flehte„: 5. Mose 3,23 bis 7,11; Jesaja 40,1-26

Vorbemerkung: Dieser Kommentar über den wöchentlichen Schabbatlesung konnte wieder von Michael Schneider geschrieben werden, der von seinem Einsatz in der israelischen Armee für 3 Tage beurlaubt wurde: „Ich nehme diese Gelegenheit wahr, um mich bei all unseren Lesern, die für den Schutz Seines Volkes beten, zu bedanken.“

Kommentar: Dieser Tage trauert das israelische Volk um die Zerstörung der Jerusalemer Tempel, 586 v. Chr. und 70 n. Chr. Durch die Geschichte hindurch geschahen zu dieser Zeit des Jahres mehrere Unglücke wie die Vertreibung der Juden aus England 1290, aus Frankreich 1306, dann Spanien 1492 und der Entschluss 1941 die Juden in Polen in Ghettos einzusperren. Auch in der Neuzeit geschahen wieder Dinge, letztes Jahr war es der Abkopplungsplan von dem Gazastreifen, d.h. wieder eine Vertreibung von Juden, und dieses Jahr „vom Norden her wird das Unglück losbrechen“ – laut Jeremia 1,14 – der Krieg gegen die Hisbollah. Auch hier werden Juden aus dem Nordgebiet vertrieben!

Unsere Schabbatlesung „Wa’Etchanan“ beginnt mit einem bewegenden Flehgebet Moses mit der Bitte, ihn doch – trotz seiner Sünde mit dem Felsenschlag – ins Gelobte Land hineinzulassen. Er habe doch so auf diesen Moment gehofft. Wenn man genau hinschaut, erhielt Mose die Hälfte seines Flehens, Gott ließ ihn auf übernatürliche Weise von dem Aussichtspunkt Berg Nebo aus das verheißene Land vom Norden bis zur Negev Wüste im Süden sehen!

Dennoch sagen messianische Juden hier, die das Neue Testament kennen, Mose hat das Land Israel betreten – wenn auch auf übernatürliche Weise: Am Berg der Veränderung Jesu zusammen mit dem großen Prophet Elia. Es waren zwei Zeugen, Mose als Repräsentant der Thora und Elia als Repräsentant der Propheten, die auf Jeschua als Messias Israel hinweisen. (Im Judentum müssen es gemäß Thora mindestens zwei Zeugen sein, um etwas zu bestätigen!)

Die jüdischen Weisen sprechen sogar davon, dass Gott Mose ins „virtuelle Jerusalem platziert“ hat, und von dort aus konnte er in alle vier Himmelsrichtungen schauen (3,27). Denn hier konnte er auch in Richtung Osten schauen, was sonst von dem Berg Nebo aus nicht einsehbar wäre.

Wiederholt erinnert Mose das Volk an die Lebenswichtigkeit des Einhaltens des lebendigen Wortes Gottes, denn es ist – wie wir lesen: „eure Weisheit und eure Einsicht in den Augen der Völker“ (4,6) und jeder, der die Ordnungen Gottes tut, wird „Ein wahrhaft weises und verständiges Volk“ genannt.

Mose kannte seine Leute, und darum die strenge Warnung vor dem Vergessen, bevor er starb: „Nur hüte dich und hüte deine Seele sehr, dass du die Dinge nicht vergisst, die deine Augen gesehen haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen schwinden alle Tage deines Lebens! Und tue sie deinen Kindern und deinen Kindeskindern kund“. (4,9) Anschließend gibt Mose hier, nachdem er im 5. Kapitel zum zweiten Mal den Dekalog (Zehn Gebote) auflistet, im 6. Kapitel das Mega-Gebot angefangen mit dem Schma-Gebet:
Höre, Israel: Der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.“ (6,4-5)

Im Neuen Testament lesen von diesem Gebot, wo Jeschua auf die Frage ‘Lehrer, welches ist das größte Gebot in dem Gesetz?’ auf dieses Gebot hinweist. Jedoch nur im Markus Evangelium finden wir es vollständig mit dem „Schma (Höre) Israel“, wie es vom Urtext in der Thora übernommen wurde. (Mark 12,29-30)

Am Schluss des Wochenabschnitt erklärt Mose, warum Gott dieses Volk, Israel, erwählte. Nicht weil es groß und mächtig sei, sondern das Gegenteil: weil es das geringste unter den Völkern ist! So dass der Allmächtige durch dieses hartnäckige und rebellische Volk Wunder und Zeichen tun wird, denn ‘in unserer Schwäche vervollständigt Er Seine Macht’.

Der Prophetenabschnitt aus Jesaja 40 gibt tröstende Worte und ruft alle Völker auf, Israel nicht nur zu segnen, sondern gerade jetzt auch zu trösten! „Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet zum Herzen Jerusalems, und ruft ihm zu, dass sein Frondienst vollendet, dass seine Schuld abgetragen ist! Denn es hat von der Hand des HERRN das Doppelte empfangen für all seine Sünden.“
Michael Schneider



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