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„BALAK“ 4. Mose 22,2-25,9; Micha 5,6-6,8

28. Woche 2006
Schabbat-Lesung und Kommentar:
„BALAK“ 4. Mose 22,2-25,9; Micha 5,6-6,8
Von Michael Schneider

(Ich kann mir einfach diesen quasi als Einleitung gedachten Hinweis nicht verkneifen: diese Woche spielte im Halbfinale der Fußball-WM 2006 Deutschland gegen Italien, und einer der besten Spieler der deutschen Mannschaft heisst Ballak – genau wie diese Schabbat-Lesung.)

In unserem Wochenabschnitt erfahren wir, dass Balak, der König von Moab, in große Angst geriet, weil er gehört hatte, dass das siegreiche Volk Israel die mächtigen Amoriter, den König Sihon aus Heschbon wie auch den König Og aus Baschan, das heutige Golan, besiegt hatte! Später dann werden diese Siege und schweren Schlachten in der jüdischen Liturgie erwähnt.

Daraufhin wandte sich Balak an Bileam aus Pethor, ein bekannter Seher und Weissager, der das Volk Israel verfluchen sollte, und der König scheute keine Kosten und Mühen, den am weit entfernten Euphrat wohnenden Bileam zu gewinnen. Anfangs aber weigerte sich Bileam noch, dem König Hilfe zu leisten, denn er wollte dem Gott Israels gehorchen. Erst waren es nur einfache Boten dann kamen die Fürsten des Königs selbst, um ihn umzustimmen. Und dann sah Gott das Herz Bileams und ließ es schließlich zu: „Wenn die Männer dann kommen, um dich zu rufen, mache dich auf, geh mit ihnen! (22,20). Aber, wie wir wissen, wartete Bileam nur auf das ‘Grüne Licht’ Gottes, denn sofort ‘früh morgens machte er sich schnell auf den Weg’. Wie wir in Römer 1 lesen, läßt Gott manchmal den Menschen „nach seinem Herzen hurren“. Und zwei Verse weiter lesen wir: „Da entbrannte der Zorn Gottes, dass er ging.“

Im Anschluss daran folgt die kurze aber bedeutsame Episode mit dem sprechenden Esel, die uns zeigen soll, dass Gott eigentlich alles und jeden benutzen kann, um die Worte zu verkündigen, die Er verkünden will!

Und dann lesen wir das klare Statement des Judenhassers: „Die dich (Israel) segnen, sind gesegnet, und die dich verfluchen, sind verflucht!“ (24,9) – Worte, die Gott gerade ihn, den Judenhasser, sagen ließ, damit niemand sagen kann, ein Judenfreund hätte diese Worte gesprochen. Natürlich fühlte sich Balak angesprochen und wurde zornig.

Dreimal musste sich Balak Segen anstelle von Fluch anhören (23,11 und 25), auf immer ‘höheren Gipfeln (Pisga)’ stehend. Er hatte nicht aufgegeben – wie auch Pharao –, und es war ein Machkampf zwischen dem noch „unbekannten“ Gott Israels und dem Volksherrscher.

Die Geschichte zeigt uns, dass das jüdische Volk – leider! – das meistverfluchte Volk der Menschheitsgeschichte ist. Die UNO, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, hat mehr Resolutionen zur Verurteilung Israels verabschiedet als gegen alle anderen Nationen zusammen, einschliesslich des Iraks! Von den 175 verabschiedeten Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats waren 97 gegen Israel! Auf der anderen Seite werden ganze Völker sowie Betriebe und auch Menschen gesegnet, weil sie Israel segneten durch praktische und finanzielle Hilfe oder durch Gebete. Ja, Bileams Segen gilt auch noch heute. Schauen wir nur auf die Vereinigten Staaten, die meist auf der Seite Israels standen – Gott segnete sie dafür! Oder nehmen wir die zwei deutschen Staaten vor der Wiedervereinigung. Die DDR wollte ihre Schuld am jüdischem Volk nicht anerkennen; im Gegensatz zu den Westdeutschen, die unter Konrad Adenauer ab 1965 Wiedergutmachungs- und Entschädigungsgelder zahlten. Der Segen und der Fluch war sichtbar, die Bundesrepublik wurde zu einer Wirtschaftsmacht, und die DDR trat 40 Jahre lang auf der Stelle. Ja, wir sprechen hier von demselben „fleissigen“ Deutschen. An Beispielen fehlt es nicht – sei es für Segen oder Fluch – beides wird immer an dem Verhältnis zu Israel gemessen.

Einer der Segenssprüche Bileams bildet sogar den Anfang des Mittagsgebets (Mincha) der Juden: „Ma towu Ohalecha … Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel!“ (24,5)

In unserem Prophetenabschnitt (Haftara) in Micha 6,5 lesen wir: „Mein Volk, denk doch daran, was Balak, der König von Moab, beratschlagt, und was Bileam, der Sohn des Beor, ihm antwortete …“ Das soll uns auch ein Trostwort sein, denn Gott kann jeden Fluch in einen Segen verwandeln!

Wissen Sie es?

  • Wen nennte man die ‘Zionshäftlinge’?
  • Als König David antwortete: „… vielleicht hat der HErr ihm gesagt ‘Fluche David’”, über wen sprach er?

Lösungen der vorigen Woche:

  • Wie heissen die drei Fluggesellschaften Israels? EL AL, Arkia und IsraAir
  • Wo lesen wir zum ersten Mal von einer abschnittsweisen Thoralesung in der Bibel? Nehemia 8,8, das Wort ‘mephurasch’ kommt von parascha, in Abschnitten und kann auch erklären heissen.


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